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Thema: Zukunft der Atomkraft ? (124674 mal gelesen)
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Peddersen Mitglied Maschinenbau-Ing.
 
 Beiträge: 411 Registriert: 26.05.2004 ProE WF2 M120
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erstellt am: 14. Mrz. 2011 12:39 <-- editieren / zitieren -->
Zitat: Original erstellt von Oberli Mike: Darf man dir für die nächsten 6 Monate den Strom abdrehen? Dann reden wir noch mal über das Thema.Alle Handhoch welche keinen Strom benötigen. (Ach ja, geht ja gar nicht, sonst könnte man hier gar nicht posten) Mike
was ein Niveau.... Bild-Zeitung -oder wie heißt die noch bei Euch- lässt grüßen. ------------------ Jetzt wieder im Norden Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Arne Peters Mitglied CAD Dokumentation / Training / Programmierung / Datenbanken
 
 Beiträge: 463 Registriert: 24.05.2002 -
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erstellt am: 14. Mrz. 2011 11:56 <-- editieren / zitieren -->
Abschalten scheint bei Euch immer mit dem umlegen eines Schalters zu tun zu haben. Das ist doch eher wie die Volbremsung eines Supertankers. Die Faktoren, die die Freude am Weiterlaufen dämpfen könnten, sind recht viele. Am Ende evtl. die fehlende Möglichkeit, den laufenden Prozess zu bremsen.Der Weiterbetrieb erfordert doch auch, dass die gesamte Peripherie in Ordnung ist. Es handelt sich um Siedewasserreaktoren, bei denen die Turbinen mit dem Reaktordampf betrieben werden. Dadurch erübrigt sich auch die Frage, warum man denn damit keinen Strom erzeugt. Offenbar ist das nicht möglich.
------------------ Arne Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Marita Mitglied
   
 Beiträge: 1320 Registriert: 29.12.2005 Hans Dampf in allen Gassen
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erstellt am: 14. Mrz. 2011 11:56 <-- editieren / zitieren -->
Wir sind ja auch noch nicht bei "nach dem Disaster" angelangt, sondern immer noch mittendrin.Schaden und daraus entstehende Risiken abschätzen, aufräumen, eindämmen, kämpfen um schlimmeres zu verhindern kann man doch erst sinn- und wirkungsvoll, wenn es vorbei ist? Mindestens genauso schlimm wie das bereits entstandene Leid muss im Moment die Angst und die Unsicherheit sein. Furchtbar. Und unsereinem fällt nix besseres dazu ein als zu sagen "ich war ja schon immer dagegen, hätt mal jemand auf mich gehört... JETZT aber " ------------------ Liebe Grüsse, Marita "Leben ist nicht genug. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." --H.C. Andersen-- Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Tapio Bearking Mitglied Ork
  
 Beiträge: 732 Registriert: 10.07.2006 P4 3.00 GHz Windows XP HiTop 5.30 / 5.40 Lauterbach Trace 32 Eclipse Helios Vorschlaghammer Dynamit
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erstellt am: 14. Mrz. 2011 11:54 <-- editieren / zitieren -->
Zitat: Wenn man Flüsse für die Energieerzeugung nutzen will oder gar neue Staudämme bauen will, hat man mit Sicherheit sofort irgendwelche Umweltschützer am Hals, die das verbieten wollen, damit nicht der Lebensraum einer dort lebenden seltenen Stechmückenart beeinträchtigt wird oder sowas.
Und selbst wenn nicht. Vergleich mal den Energieausstoß von Biblis mit den größten deutschen Wasserkraftwerken. Wenn wir nicht alle 5 km einen Damm haben wollen, ist Wasserkraft auch nicht wirklich eine Alternative.Solarenergie? Mit all dem Schwermetall drin? Niemals nicht? Windkraft? Zu teuer (1.5 Millionen € / 1.5MW). Von der Ästhetik ganz zu schweigen. ------------------ Venn ist das nurnstuck git und Slotermeyer? Ya! Beigerhund das oder die Flipperwaldt gersput! Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Andreas 253 Mitglied
  
 Beiträge: 646 Registriert: 01.03.2002
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erstellt am: 14. Mrz. 2011 11:39 <-- editieren / zitieren -->
Was mich mal interessieren würde:Wie lange muß so ein Reaktor denn abgeschaltet sein, damit das Gefahrenpotential signifikant gesunken ist? Wenn das mehrere Tage oder gar Wochen dauert, hielte ich es auch für fraglich, ob das abschalten Sekunden vor einem Erdstoß überhaupt irgendeinen Sinn hat oder ob dadurch vielleicht sogar noch mehr Probleme entstehen (z.B. keine Energie für Kühlung) Sollte dadurch das Gefahrenpotential sofort deutlich sinken, ist es natürlich gerechtfertigt. Zum Thema Ausstieg aus der Kernenergie: Ich bin nicht unbedingt ein Atomkraftgegner, bin aber der Meinung, das der Umstieg auf sichere Energieformen auf jeden Fall vorangetrieben werden sollte und das ständige Verlängerungen der Laufzeit für KKWs genau das recht wirkungsvoll ausbremst. Stellt sich die Frage: welche Energieformen sind sicher? In Hinblick auf mögliche Erdbeben würde ich einen großen Staudamm auch nicht gerade als ungefährlich ansehen. Auch wenn hier nur ein zeitlich begrenzter Schaden entsteht, kann ein brechender Damm doch in kürzester Zeit wesentlich mehr Todesopfer fordern. Auch Solarenergie ist so eine Sache. "bau doch eine Solaranlage aufs Dach...". Bin gespannt, was mein Vermieter dazu sagt. Es ist nun mal so, das in Deutschland die überwiegende Mehrheit der Menschen zur Miete wohnt und bei diesem Thema somit außen vor ist. Und die Vermieter machen das, was für sie den meisten Gewinn bringt. Außerdem machen auch diese privaten Solaranlagen nur bis zu einer gewissen Grenze (die vermutlich lange noch nicht erreicht ist) Sinn, weil sonst für den Winter soviele im Sommer unnnötige Energieerzeugungsanlagen bereitstehen müssen, das es nicht mehr wirklich wirtschaftlich ist. Wenn man Flüsse für die Energieerzeugung nutzen will oder gar neue Staudämme bauen will, hat man mit Sicherheit sofort irgendwelche Umweltschützer am Hals, die das verbieten wollen, damit nicht der Lebensraum einer dort lebenden seltenen Stechmückenart beeinträchtigt wird oder sowas. Noch mehr Kohle verbrennen kann auch nicht die Lösung sein, erstens tun wir das sowieso schon in sehr hohem Maße und zweitens gehört Kohle nicht zu den erneuerbaren Energieen, von der zusätzlichen Umweltbelastung ganz abgesehen. Und die Windkraft ist momentan noch nicht wirklich effektiv, da müßte schon ganz Deutschland mit Windrädern gepflastert werden, um unseren Energiebedarf zu decken. Wenn wir in Mitteleuropa Energiemäßig unabhängig sein wollen, müssen wir uns doch noch einiges einfallen lassen, um von der Atomenergie wegzukommen. Und solche Einfälle müssen gefördert werden, nicht nur durch Gelder für die Forschung und wenn es erforscht ist verschwindet es in einer Schublade. Auch riesige Solaranlagen in der Sahara nützen uns nicht viel, erstens aus Gründen der politischen Stabilität dort vor Ort und zweitens, weil die Energie kaum wirksam über so weite Strecken transportiert werden kann. Meines erachtens gibt es noch nichts, was in großem Umfang die Energieerzeugung aus Atomkraft und Kohle ersetzen kann und leider werden die Stromanbieter auch nicht wirksam gezwungen, in der Richtung zu entwickeln. Gruß Andreas
------------------ Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Ex-Mitglied
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erstellt am: 14. Mrz. 2011 10:38 <-- editieren / zitieren -->
Malzeit @ Gert Dieter, ja, sollte man annehmen, dass dies eine Lösung wäre. Ich habe vor fast 30 Jahren etwas mehr Einblick in die AKW-Geschichte gehabt. Und wir kennen nicht den Aufbau der japanischen AKW. Wir wissen nur, dass es sich um "alte" Siedewasser-Reaktoren handelt. Wie man den Nachrichten entnehmen kann, ist ja auch jetzt noch Dampf da, aber wenn die Speise- und die Not-Kühlpumpen sowie die Zuleitungen beschädigt sind nutzt das nix. Gleiches ist für die elektrisch betriebenen Pumpen zu befürchten. Ich habe in Erinnerung, dass KW mit dampfbetriebenen Speisepumpen (min.2) und elektrischen Speisepumpen (min.2), jeweils mit ausreichender Leistung, ausgestattet sind. Zudem wird ja nicht nur der Reaktor heruntergefahren, sondern zum Selbstschutz auch der Generator-/Turbinensatz. Das ist bei einem konvent.Kraftwerk genau so, nur dass dann der nachströmende Dampf, der im Normalfall zur Turbine geht, über eine Umschaltarmatur über die Ausblasebehälter gefahrlos ins Freie entspannt wird. Und das ist beim Siedewasserreaktor das Problem, da das Wasser im (Sekundären)Kreislauf mehr oder weniger kontaminiert ist. |
Hohenöcker Mitglied Ingenieur
   
 Beiträge: 1102 Registriert: 07.12.2005 Inventor 2011
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erstellt am: 14. Mrz. 2011 09:36 <-- editieren / zitieren -->
Zum Thema. Ich frage mich, ob es sinnvoll ist, einen Reaktor bei Erdbeben etc. sofort abzuschalten. Der Kernzerfall geht weiter, und es wird weiter Wärme produziert, die über (Not-) Kühlsysteme abgeführt werden muss, die ohne Strom wieder nicht richtig funktionieren. Sinnvoll wäre es, die Leistung zwar sofort zu drosseln, aber mit kleiner Leistung weiter laufen zu lassen und Strom zumindest für den Eigenbedarf weiter zu produzieren, bis der Reaktor kontrolliert herunter gefahren werden kann. Genau so ist es auch für eine Dampflok oder einen Automotor nicht gut, wenn man aus einer Fahrt mit voller Leistung plötzlich anhält. Die Motortemperatur steigt, die Überdruckventrile blasen ab. Besser ist es, wenn möglich, die Maschine mit geringer Leistung auslaufen zu lassen. Vielleicht kann ein Fachmann was zu meinem bescheidenen Vorschlag sagen.------------------ Gert Dieter  "Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit. Leicht bei einander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen." (Schiller, Wallenstein) Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
ralficad Plauderprofi V.I.P. h.c. Konstrukteur

 Beiträge: 7599 Registriert: 25.11.2005 AMD Athlon XP 2800+javascript:InsertSMI(':rolleyes:%20'); 2,08 GHz 1,0 GB RAM WIN XP Prof., SP2<P>ACAD 2005 - nackig, EPT
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erstellt am: 14. Mrz. 2011 09:28 <-- editieren / zitieren -->
Zitat: Original erstellt von Tapio Bearking: ... Natürlich. Wenn das Wasser sich wieder zurückgezogen hat, kann man sofort mit den Aufräumarbeiten beginnen. Wenn jedoch durch eine Kernschmelze das ganze Gebiet um Fukushima kontaminiert ist, baut man dort in 1000 Jahren noch nix[/i]
*zustimm* es ist die Dauerhaftigkeit, welche mir ebenfalls Angst macht. Naturkatastrophen hat es immer schon gegeben und ich würd mich hüten zu sagen, es ist in letzter Zeit schlimmer geworden, dem ist höchstwahrscheinlich nicht so, aber man konnte fast alles (ausser Schaden am Leben) hinterher wieder reparieren, nur Verstrahlung läßt sich nicht ohne weiteres "wegfegen", korrigiert mich bitte, wenn ich irre ... ------------------ ralfi Selbes Getränk, neue Flasche. Gardaseetippssuche Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Tapio Bearking Mitglied Ork
  
 Beiträge: 732 Registriert: 10.07.2006 P4 3.00 GHz Windows XP HiTop 5.30 / 5.40 Lauterbach Trace 32 Eclipse Helios Vorschlaghammer Dynamit
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erstellt am: 14. Mrz. 2011 09:20 <-- editieren / zitieren -->
Zitat: Man muß makabrerweise die potentiellen Gefahren der drohenden Kernschmelze dort mal mit den Schäden vergleichen, die die auslösenden Ereignisse Erdbeben und Tsunami bereits unmittelbar verursacht haben.Der Grad der Verwüstungen ist so hoch, daß man sich die Frage stellen muß, ob er wirklich durch die mittlerweile zwei sich anbahnenden Reaktorkatastrophen noch viel größer werden kann.
Natürlich. Wenn das Wasser sich wieder zurückgezogen hat, kann man sofort mit den Aufräumarbeiten beginnen. Wenn jedoch durch eine Kernschmelze das ganze Gebiet um Fukushima kontaminiert ist, baut man dort in 1000 Jahren noch nix------------------ Venn ist das nurnstuck git und Slotermeyer? Ya! Beigerhund das oder die Flipperwaldt gersput! Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
reflow Mitglied Dipl. Ing. Maschinenbau

 Beiträge: 83 Registriert: 27.10.2005 SWX 2011 SP 3.0 mit SolidWorks Flow Simulation, TopsWorks, SPI SheetmetalWorks, Vista 64 Bit Intel Q9400, 8GB RAM
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erstellt am: 14. Mrz. 2011 09:14 <-- editieren / zitieren -->
Zitat: Original erstellt von ralficad: kalkulieren wir die Entsorgung mit rein???
Für den Rückbau der Kernkraftwerke sind Rückstellungen gebildet und für die Endlagerung der Abfälle IMHO auch. Nachdem mindestens das erste Kernkraftwerk mittlerweile als grüne Wiese an die Gemeinde zurückgegeben wurde und weitere Rückbauten im Gange sind, gibt's da auch belastbare Kalkulationsgrundlagen. Bei der Endlagerung hingegen gibt es einen politischen Kostenfaktor - und der ist unkalkulierbar. Insofern sind es die Rückstellungen dafür - in welcher Höhe sie auch immer gebildet wurden - ebenfalls. Rückstellungen wirken steuerlich ergebnismindernd. So kann dann der eine behaupten, die dadurch verringerte Steuerlast sei eine verdeckte Subvention, während sie der nächste für viel zu niedrig hält und kritisiert, die Entsogungskosten seien nicht abgedeckt. Ich halte Kernkraft eigentlich für sinnvoll, sicher und notwendig. Wenn man den Aktivitätsverlauf radioaktiver Abfälle mal an unserer natürlichen Umgebung mißt, reden wir zwar immer noch von langen Zeiträumen, aber nicht von 100000en von Jahren. Immerhin gehören gerade die radioaktiven Isoptope U235 und auch Th232 nicht nur seit ihrer Entstehung zum Inventar der Erde. Sie sind weder selten, noch konzentrieren sich sie sich außerhalb der Biosphäre. Sie sind Teil unserer natürlichen Umwelt. Vorgänge wie die in der Asse lassen mich aber an jeglichem menschlichem Verstand bei unseren Verantwortlichen zweifeln. Um auf Japan zurückzukommen:
Man muß makabrerweise die potentiellen Gefahren der drohenden Kernschmelze dort mal mit den Schäden vergleichen, die die auslösenden Ereignisse Erdbeben und Tsunami bereits unmittelbar verursacht haben. Der Grad der Verwüstungen ist so hoch, daß man sich die Frage stellen muß, ob er wirklich durch die mittlerweile zwei sich anbahnenden Reaktorkatastrophen noch viel größer werden kann. In jedem Fall verdienen die Menschen dort jede mögliche Unterstützung. Gruß
Ron
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