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Autor Thema:   Zukunft der Atomkraft ? (124648 mal gelesen)
brainseks
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erstellt am: 17. Mrz. 2011 15:30    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat
Deutsche AKWs scheints doch nicht sooooo sicher vor Erdbeben http://www.stoerfall-atomkraft.de/site/?p=1217

[Diese Nachricht wurde von brainseks am 17. Mrz. 2011 editiert.]

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Clinton
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erstellt am: 17. Mrz. 2011 15:21    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat
@Thorsten Stüker

Doch, die Atomkraft hat Zukunft, mindestens für Jahrhunderte, unabhängig davon ob in Deutschland alle AKWs abgeschaltet werden,  das sind einige Gründe:

1. Die Atommächte brauchen spaltbares Material
2. Prestige+Macht
3. Nuclearmedizin
4. Weltraumfahrt (z.B. Abwehr von Meteoriten, Kometen)
etc.

Wen interessiert schon die Kühlung?  
Die Kühlung ist ausreichend gut gelöst; Tag und Nacht fahren dutzende Atom-Uboote, Flugzeugträger über die Oceane...

Clinton

[Diese Nachricht wurde von Clinton am 17. Mrz. 2011 editiert.]

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ThorstenStueker
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erstellt am: 17. Mrz. 2011 14:22    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat
Ich finde die Diskussion läuft etwas aus dem Ruder. Die Zukunft der Atomkraft?`Sie hat keine. Denn sie ist nicht beherrschbar. Was nutzt es uns, immer wieder darüber zu diskutieren, ob eine Technologie beherrschbar ist, wenn, rein aus physikalischer Sicht, ein kleines Problem besteht:

DIE NOTWENDIGE KÜHLUNG!

Ohne Kühlung ist jedes AKW zum Tode verurteilt. Aber auch Brennelementelagerung oder die Lagerung von flüssigen Lösungen mit spaltbarem Material müssen gekühlt werden. Auch Jahre nach dem Ausstieg haben wir noch ein potentiell hohes Risiko zu verantworten.

Die Frage ist, ob die Verantwortung übernommen werden kann. Hinsichtlich der Betreiber kann man dies schon heute mit nein beantworten. Ein Betreiber wie Tepco, Vattenfall oder EON hat keine Möglichkeit, die auftretenden Schäden im Falle einer massiven und großflächigen Freisetzung von Strahlendem Material zu bezahlen.

Unsere Regierungen können das auch nicht wirklich. Die Problematik ist doch die: wenn wir eine Anlage bauen und das Risiko unbeherrschbar wird, dann müssten wir - das wäre Vernunft - abbrechen und erklären, dass das Risiko zu hoch ist.

Jeder Ingenieur, jeder Techniker in der Konstruktion hat in seinem Leben ein oder mehrere male die Notwendigkeit, eine Entscheidung hinsichtlich eines Risikos zu treffen. Wenn wir ehrlich sind, sind wir dabei in der Regel nicht sehr Risikobereit.

Was schaffen wir uns denn mit dem Risiko an: etwas, dass unsere Kindeskinder noch ausbaden müssen. Wir müssen raus aus dem Atomzeitalter, es ist eine nicht beherrschbare Technologie, es ist eine unhaltbare Zumutung für die Bürger dieses Landes, diese Technologie tatsächlich ertragen zu müssen.

Die Sache ist nun raus: Kernkraftwerke sind gefährlich. So einfach ist das leider.

Wenn wir - und das ist eben unser Weg - konventionelle Kraftwerke und erneuerbare Energieen mit dem gleichen Mut fördern und entwickeln, wie wir dies bei Kernkraftwerken getan haben, dann werden wir recht bald die Möglichkeit zum Ausstieg haben. Und wenn unser Strom teurer wird, dann wird er es halt. Wir können das nicht ändern, wir haben nicht das Recht, eine Technik, die unbeherrschbar ist, zu betreiben.

Aus diesem Grunde müssten auch die Sicherheitsregeln von 2009 für die Bewertung der Kraftwerke angesetzt werden. Aber das tut die Bundesregierung mit Bedacht nicht: keines unserer AKW kann dann unmodifiziert weiter betrieben werden. Aber auch diese Regelungen sind nur eine leichte Erhöhung der Sicherheit.

Uns machen wir uns doch nichts vor: Redundante Anlagen sind schon der der chemischen Industrie oft havariert trotz mehrfacher Redundanz. Das müssen wir ebenfalls betrachten: Technik und Menschen sind niemals unfehlbar.

Des weiteren ist die Frage der Betreiber zu beleuchten. Nasen wie Vattenfall & Co haben auf dem Markt eigentlich nichts mehr verloren. Und die Lobbyarbeit bei der Bundesregierung schon mal gar nicht.

Verabschieden wir uns also von dem genial billigen Atomstrom und versuchen wir einmal die Bedingungen für die Energieerzeugung zu verbessern, energieffektive Anlagen zu bauen und - last but not least - als Privatleute unser Verbrauchsverhalten den Gegebenheiten anzupassen.

Dann wird schon eher ein Hut aus dieser ganzen Geschichte. Weg mit der Kernkraft bis 2015.  

------------------
LG
Ingenieurbüro für Kunststofftechnik und Formenbau
Thorsten Stüker
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Peddersen
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erstellt am: 17. Mrz. 2011 14:06    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat
Zitat:

Das Ersetzen alter Blöcke durch neue ist politisch kein Problem?

..



Habe ich nie behauptet.
Ich behaupte nur, dass die Betreiber ein wirtschaftliches Interesse daran haben die AKWs wesentlich länger als 20 Jahre zu betreiben. Damit steigt natürlich auch das Risiko. Mein Vorredner auf den ich reflektiert habe hatte behauptet, dass dieses Risiko durch politische Entscheidungen erhöht wurde.
Das verkennt absolut die Realitäten wie sie jetzt in Japan deutlich werden.
Dort sind aus wirtschaftlichen Gründen die AKWs z.T. seit 40 Jahren im Betrieb.

------------------
Jetzt wieder im Norden

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reflow
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erstellt am: 17. Mrz. 2011 12:33    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat
Zitat:
Original erstellt von Peddersen:
Die alten Anlagen nicht durch neue zu [b]ersetzen ist es eher eine wirtschaftliche denn eine politische Frage.

Politisch gewollt waren keine weiteren weiteren AKWs. Aber man dreht sich's halt gern passend hin. 

[/B]


Keine weiteren?

Hier vor meiner Haustüre soll im Kohlekraftwerk Großkrotzenburg ein neuer Kraftwerksblock gebaut werden - er soll einen in die Jahre gekommenen alten Block ablösen.

Natürlich ist der neue Block erheblich größer als der alte; allerdings wurden/werden grade in 10 km Umkreis zwei Kohlekraftwerksböcke abgerissen.

Das Ersetzen alter Blöcke durch neue ist politisch kein Problem?

Da solltest Du aber mal die Protest- und Klagewelle sehen, die hier abgeht.

Und Du glaubst, einen angejahrten Nuklearblock durch einen neuen zu ersetzen, das wäre 1990 so einfach durchgegangen? Da fallen wohl eher Weihnachten, Neujahr und Ostern auf denselben Tag.

Da ich hier die Hanauer Nuklearindustrie ebenfalls vor der Haustür hatte und aus dem persönlichen Umfeld einige Interna mitbekommen konnte:

Ja, die Bezeichnung "Atommafia" war in den 90ern nicht ganz unberechtigt.

Das Vorgehen des Wiesbadener Umweltministeriums, dem zur Schließung dieser Betriebe jedes Mittel recht war, und zwar ohne jegliche Rücksicht, auch nicht auf Sicherheitsrisiken, die es durch seine Genehmigungspraxis teilweise heraufbeschwor, war allerdings nicht besser.

Ich kann nur vermuten, daß die Vorgänge um die Asse von gleicher Qualität waren.

Und ich bin deshalb mittlerweile davon überzeugt, daß der menschliche Faktor das größte Sicherheitsrisiko in nuklearen Anlagen darstellt. Den Unterschied zwischen profitgeilen Managern und profilgeilen Politikern finde ich da im Ergebnis vernachlässigbar.


Gruß


Ron

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Clinton
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Dipl.-Ing. Ma_Lu_Ra


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erstellt am: 17. Mrz. 2011 12:28    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat
Welcher Aufwand (Zeit, Kosten, etc.) betrieben wird, um ein stillgelegtes AKW komplett zu demontieren, wird z.B. hier beschrieben und gezeigt:
http://www.n-tv.de/politik/Alles-per-Hand-article2643111.html

Wenn man alle AKWs weltweit zählt und noch die dazu, die gebaut werden sollen, da fragt man sich wer bezahlt das alles und wohin mit dem ganzen Müll?
Zumindest ist diese Demontage-Branche auf Jahrzehnte krisensicher...

Clinton

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Peddersen
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erstellt am: 17. Mrz. 2011 12:02    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat
Zitat:
Original erstellt von Fyodor:
Am sinnvollsten wäre gewesen, bereits in den letzten 20 Jahren alte Anlagen durch neuere zu ersetzen. Aber das war politisch nicht gewollt, die alten Dinger sollten weiter betrieben werden.

...


Die alten Anlagen nicht durch neue zu ersetzen ist es eher eine wirtschaftliche denn eine politische Frage.

Politisch gewollt waren keine weiteren weiteren AKWs. Aber man dreht sich's halt gern passend hin.

------------------
Jetzt wieder im Norden

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Fyodor
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erstellt am: 17. Mrz. 2011 11:52    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat
Am sinnvollsten wäre gewesen, bereits in den letzten 20 Jahren alte Anlagen durch neuere zu ersetzen. Aber das war politisch nicht gewollt, die alten Dinger sollten weiter betrieben werden.

Sicherheitstechnisch ist das in etwa so, als hätte die Regierung in den 70ern die Neuzulassung moderner Autos verboten.

Diese politisch gewollten Risiken tragen wir nun alle.

------------------
Cheers,
    Jochen

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Ing. Gollum
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erstellt am: 17. Mrz. 2011 11:48    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat
Hallo,

Der Stresstest kann garkeinen Sinn haben, müßte man zum Bestehen, in anbetracht der Risiken und Folgen, die maximal mögliche Sicherheit der Anlage fordern.

Die Kraftwerke sind aus den 70igern. Es wurden das damals technische Wissen und Möglichkeiten genutzt.

Ein PKW aus dieser Zeit, der als wirtschaftlich und sicher galt, hatte weder Kopfstüzen, Gurtstrafer ( wenn er überhaupt Gurte hatte... ), Airbag, ABS, ESP, Seitenaufprallschutz, etc.

Sämtliche aktiven und passiven Sicherheitseinrichtung nachzurüsten, ist bei einem PKW schon nicht 100%ig durchführbar.

Jetzt hab ich folgende Möglichkeiten:

a) Auf aktuellen Stand bringen, wirtschaftlich unsinnig.

b) Neuanschaffung, optimale Sicherheit, aber mit Kosten verbunden.

c) Augen zu und durch...


Der Test kann also nur Augenwischerei sein. Wenn bei der Prüfung nicht ausversehen ein Kraftwerk hochgeht, bin ich schon zufrieden.

Grüße,

Gollum

------------------

Man findet immer dort besonders viel Chaos, wo man nach Ordnung sucht. Das Chaos besiegt die Ordnung, weil es besser organisiert ist.

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brainseks
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erstellt am: 17. Mrz. 2011 10:49    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat
 
Zitat:
Original erstellt von SMR:
BTWBy the way (So nebenbei bemerkt). Kernkraftwerke in Deutschland sind meines Wissens auf Flugzeugabstürze ausgelegt. Grundlage für die Auslegung war die Boeing 707, vergleicht die mal mit der 747 oder dem A380 oder AN124 oder deren aufgebohrter Version AN225.

Risiken müssen wir eingehen, liegt wohl im Wesen des Menschen, sonst gibt es keinen Fortschritt. Aber diese Risiken sollten doch sehr genau Abgewogen werden.


Offensichtlich reicht es völlig aus, das Kühlsystem zu beschädigen (Wasserzufuhr, Notstromgenerator, Wasserpumpe....Kühlturm (ist von oben offen)), so dass es nicht mehr oder nur stark eingeschränkt funktioniert. Der Rest tut sich von alleine. Da muss kein Flugzeug, Rakete, sonstwas in den Meiler krachen.

------------------
Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das, was die Dummen wollen.

[Diese Nachricht wurde von brainseks am 17. Mrz. 2011 editiert.]

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