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Thema: Zukunft der Atomkraft ? (124646 mal gelesen)
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Leo Laimer Ehrenmitglied V.I.P. h.c. CAD-Dienstleister

 Beiträge: 2556 Registriert: 24.11.2002 nachdenken umdenken abschalten abwracken ruhig schlafen
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erstellt am: 31. Mrz. 2011 15:38 <-- editieren / zitieren -->
Zitat: Original erstellt von Fyodor: Risiken realistisch einschätzen, von der Vollkaskomentalität ablassen, und im vollen Bewußtsein, daß rein theoretisch möglicherweise tatsächlich was passieren könnte,...
Risiken realistisch einschätzen: Es gibt in der klassischen Risikoanalyse keine schlimmeren Folgen als "Tod". Massensiechtum, Massensterben gibts da als separate Kategorie nicht. Aber bereit bei einfachen Tod muss man Massnahmen treffen dass der Fall nicht eintreffen kann. Wenn es so wie bei den AKWs ist, dass es 1% Havarien mit dramatischen Massen-Folgen gibt - was heisst das dann wenn man "Risiken realistisch einschätzt"? 1% Havarie-Anteil ist IMHO reichlichst dramatisch genug um die Risikoanalyse gleich abzubrechen und zu sagen: Nein, das kann man nicht machen. 1% ist sozusagen schon fast sicher dass es eintritt (die Frage ist nur wann und wodurch), es ist jedenfalls eine um Megapotenzen höhere Wahrscheinlichkeit als uns die Atomlobby weismachen will. Was alle AKW-Havarien bisher klar gezeigt haben: Die Vorsorgemassnahmen im Falle einer Havarie sind nahezu null. Weder gibt es (z.B. Fukushima) keinen gigantischen Süsswasser-Speichersee der für Monate/Jahre die selbsttätige Kühlwasserversorgung gewährleisten würde, noch gibt es ebenso riesige Auffangbecken für die hochverstrahlte Soße, geschwiege denn Endlager dafür, noch eine Heerschar von strahlenbeständigen Robotern, noch Riesensummen von rückgelegtem Geld für den Katastrophenfall. Nichtmal eine Not-Notbeleuchtung gab es im Kontrollraum (die hat ja erst nach über einer Woche nach Anlegen externer Spannung wieder funktioniert). Nein, es gibt keinerlei vorsorglichen Massnahmen im Fall einer AKW-Katastrophe. Das einzige was vorsorglich passiert: Die Gewinne der Betreiber sind vorsorglich schon mal irgendwoanders. Der Staat springt dann eh ein und verstaatlich Alles. Deine Aussage, Du lebst seit Jahrzehnten neben AKWs und fühlst Dich glücklich damit - das ist nett für Dich, aber es geht auch um den Rest der Menschheit. Wahrscheinlich haben wir hier in den Bergen des Salzkammergutes eine wesentlich höhere Strahlenbelastung aufgrund Tschernobyl als Du (bisher) - wir können aber nix dafür, wir sind mehrheitlich gegen AKWs (ganz demokratisch abgestimmt vor gut 30 Jahren), importieren Atomstrom nur weil die EVU über die Speicher Ökostrom draus machen - also auch wenn Du glücklich bist mit den AKWs, wir wollen das Risiko "Deiner" AKWs nicht mittragen - müssen es aber, mindest genauso (wegen der typischen Westwetterlage womöglich mehr) wie Du. Vergleich das bitte nicht mit einem denkbar möglichen Feuerinferno in Mannheim oder sonstwo. Das wäre schlimm genug für Mannheim, aber ausser ein paar dunkle Wolken wird der Rest der Welt nix davon haben (und die Mannheimer haben womöglich ja jahrelang persönlichen Vorteil durch gute Verdienstmöglichkeiten gezogen - sollen sie auch den Schei** abkriegen - sorry für die drastischen Worte). Du hast keine Kinder. Hättest du welche, würdest Du womögliche auch anders ticken (da gibts ein paar übermächtige Instinkte die dafür sorgen). Und wenn Du mal ein paar einschlägige Bilder oder Videos von den missgebildeten krebszerfressenen Kindern von Tschernobyl sehen würdest - wenn Du mit dem Kotzen fertig bist gehst auch Du sosofrt auf die Srasse mit der nächsten anti-AKW-Demo. Nein, ich poste hier keinen Link zu diesem Material. Musst Du selber suchen. ------------------ mfg - Leo Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Jester_Karbach Plauderprofi V.I.P. h.c. Elektrokonstrukteur
     
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erstellt am: 31. Mrz. 2011 15:15 <-- editieren / zitieren -->
Risiken abschätzen: Bei der BASF gab es im 20.Jahrhundert zwei große, wirklich große, Störfälle, die, so schlimm es war, immer nur sehr lokal für Zerstörung sorgten. Was aber, wenn Biblis ein wirklich großer Störfall eintritt, wie groß ist dann der Schadensradius???? Noch nicht gesprochen von der Dauer der Verstrahlung.------------------ Nur noch ein bißchen, dann ist es soweit Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Marita Mitglied
   
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erstellt am: 31. Mrz. 2011 15:11 <-- editieren / zitieren -->
Zitat: Original erstellt von Clinton: Wußte gar nicht, dass in Spanien wieder was Neues entsteht. Geplant sind (--> Wiki) sehr große Anlagen mit einem 1000 m hohen Turm... Das wäre DIE Touristenattraktion!
Korrektur -im Artikel steht was von "im Bau" stimmt nicht, ist "in Planung"... was immer das nachher heisst. Geplant sind 750m und ja, es soll ne Aussichtsplattform für die Touris drauf 1000m planen sie in Australien... wollen hoch hinaus. Mich ärgert grad dass die Angaben für die Kosten so widersprüchlich sind. Finde nichts "verlässliches". Hast Du nen Tip? ------------------ Liebe Grüsse, Marita "Leben ist nicht genug. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." --H.C. Andersen-- Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Fyodor Mitglied Dipl.-Ing.(FH) Maschinenbau
  
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erstellt am: 31. Mrz. 2011 15:08 <-- editieren / zitieren -->
Zitat: Original erstellt von Clinton: Solange das Entsorgungsproblem nicht gelöst ist (es wird nie gelöst werden...), ist diese Technologie unbezahlbar!
Da wir das Müllproblem aber bereits heute haben, bin ich für weniger Aktionismus, und mehr überlegtes Handeln. Realistisch gesehen kommt es auf ein paar Tonnen mehr oder weniger nun wirklich nicht mehr an. Der Ausstieg so schnell wie möglich, aber eben keinen Tag früher, das ist meine Meinung. Zitat: Original erstellt von Leo Laimer: Oder was würdest Du tun?
Risiken realistisch einschätzen, von der Vollkaskomentalität ablassen, und im vollen Bewußtsein, daß rein theoretisch möglicherweise tatsächlich was passieren könnte, ganz ruhig weiter leben und nach einer Alternative suchen. Zeitplan: Siehe oben. Falls jetzt wieder das Argument kommt "Wenn in Deiner Nähe...": Ich habe den Großteil meines Lebens an der Badischen Bergstraße verbracht. Dort waren drei AKWs in weniger als 50km Entfernung, eins sogar weniger als 30km weit entfernt. Zur Vollkaskomentalität: In Mannheim steht ein kohlebetriebenes Großkraftwerk. Mit geringem Aufwand kann man auch hier einen Störfall provozieren, oder ein Flugzeug drauffallen lassen, so daß ganz Mannheim in Flammen steht. Betriebserlaubnis entziehen? In Ludwigshafen steht ein chemischer Reaktor (BASF), der gelegentlich die anfallenden Spaltgase in einer 30m hohen Stichflamme verbrennt, die man noch 30km weiter hören kann. Würde da ein Flugzeug drauffallen, gäbe es Ludwigshafen nicht mehr. Betriebserlaubnis entziehen? Nein, ich halte von Aktionismus nichts. Und auch nicht von Vollkasko. ------------------ Cheers, Jochen Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Clinton Mitglied Dipl.-Ing. Ma_Lu_Ra
  
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erstellt am: 31. Mrz. 2011 14:47 <-- editieren / zitieren -->
Mahlzeit,man braucht ja keine Großflugzeuge um AKWs zu gefährden, in Tschernobyl war es ein "Routine-Testlauf", der zum Desaster führte... So etwas kann sich jederzeit überall auf der Welt wiederholen. Wenn aber Experten das verneinen, sind sie umgehend von ihren Posten zu beseitigen. Clinton Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Leo Laimer Ehrenmitglied V.I.P. h.c. CAD-Dienstleister

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erstellt am: 31. Mrz. 2011 14:37 <-- editieren / zitieren -->
Zitat: Original erstellt von Fyodor: Ich weiß echt nicht, was das Gerede um Flugzeugabstürze immer soll... das scheint das stärkste Argument der Antiatomlobby in Deutschland zu sein... zumindest wenn man die Häufigkeit der Argumente vergleicht. Zumal es nicht stimmt. Die Kraftwerke wurden auf den Absturz der größten zum Planungszeitpunkt in Betrieb befindlichen Flugzeuge ausgelegt. Mittlerweile gibt es zwar größere Flugzeuge... aber auch viel bessere und einfachere Methoden, so ein Kraftwerk anzugreifen.
Fyodor, Du lieferst mit Deinem Beitrag grad das perfekte Totschlagargument gegen AKWs. - Ich glaube garnicht, dass AKWs gegen alle denkbaren Unfälle mit älteren Flugzeugen gebaut sind - Es gibt mittlerweilen noch viel grössere Flugzeuge als die klassischen Jumbos (gegen die AKWs auch schon nicht beständig wären) - Du sagst, es gibt sogar noch viel einfachere Möglichkeiten ein AKW in die Luft zu jagen Also, der Weg dass einfach keine grösseren Flugzeuge gebaut würden als die für die AKWs gebaut sind, die Chance ist vorbei - seit Jahrzehnten schon, und mit der neuesten Superjumbo-Generation erst recht. Der Umweg über eine Flugverbotszone über AKWs wird Attentäter nicht viel jucken, wie wir seit 9/11 wissen. Die denkbare Abhilfe dass rund um AKWs Abfangjäger stationiert würden - die denken wir erst lieber garnicht, würde ich sagen. Und wenn es ohnehin sehr viel einfachere Methoden gäbe ein AKW hochgehen zu lassen - dann bleibt IMHO nur, die Betriebserlaubnis sofort zu entziehen. Oder was würdest Du tun? ------------------ mfg - Leo Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Clinton Mitglied Dipl.-Ing. Ma_Lu_Ra
  
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erstellt am: 31. Mrz. 2011 14:30 <-- editieren / zitieren -->
@FyodorSolange das Entsorgungsproblem nicht gelöst ist (es wird nie gelöst werden...), ist diese Technologie unbezahlbar! Würde man die gesamten Kosten auf den Erzeuger abwälzen, würde sich das Thema von selbst erledigen... Aber "unsere" Großkonzerne verdienen mit dieser Technologie einen Haufen Geld, im Ausland! Clinton Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Marita Mitglied
   
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erstellt am: 31. Mrz. 2011 14:13 <-- editieren / zitieren -->
Zitat: Original erstellt von Clinton: Korruption gibt es leider nicht nur in Spanien, da wünschte sich so manch ein EU-Bürger mehr Durchgreifen von Seiten der Justiz, aber in einer "Demokratie" ist sowas ja nicht machbar...
Stimmt, die gibts überall – wir sind aber soweit ich weiss bisher eine der wenigen Demokratien die in mehreren Provinzen die gesamten Stadträte vom Bürgermeister bis zur Sekretärin in den Knast schickt und den Polizeichef nebst anderen hohen Tieren gleich hinterher - so dass sich dann die nicht weniger korrpute Landesregierung um unsere für sie völlig uninteressanten lokalen Belange kümmern kann, so etwas für sie dabei abfällt. Aber wir kommen von Deinem Thema ab. ------------------ Liebe Grüsse, Marita "Leben ist nicht genug. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." --H.C. Andersen-- Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Jester_Karbach Plauderprofi V.I.P. h.c. Elektrokonstrukteur
     
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erstellt am: 31. Mrz. 2011 14:08 <-- editieren / zitieren -->
Zitat: Original erstellt von Fyodor: Zumal es nicht stimmt. Die Kraftwerke wurden auf den Absturz der größten zum Planungszeitpunkt in Betrieb befindlichen Flugzeuge ausgelegt. Mittlerweile gibt es zwar größere Flugzeuge... aber auch viel bessere und einfachere Methoden, so ein Kraftwerk anzugreifen.
Ich erinnere mich an einen Kraftwerksbesuch zu meiner Berufschulzeit in AKW Biblis und AKW Mülheim-Kärlich, da wurde davon gesprochen, das sie gegene einen Absturz sicher sind, aber der ungünstige Aufprall eines Triebwerks könnte die Hülle durchbrechen. Also "don't tell me somethng from the horse"
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Clinton Mitglied Dipl.-Ing. Ma_Lu_Ra
  
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erstellt am: 31. Mrz. 2011 14:07 <-- editieren / zitieren -->
@Marita,die Anlage aus den 80ern war nur eine "Mini-Versuchsanlage" mit der wichtige Erkenntnisse gewonnen wurden. Wußte gar nicht, dass in Spanien wieder was Neues entsteht. Geplant sind (--> Wiki) sehr große Anlagen mit einem 1000 m hohen Turm... Das wäre DIE Touristenattraktion! Clinton Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
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