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SolidSteel parametric:

Solidworks kann jetzt Stahlbau



Auf der diesjährigen Achema (11. bis 15. Juni) gab Solidline die Verfügbarkeit von "SolidSteel parametric" bekannt. Die CAD-Software für den Stahlbau kommt von der Ingenieurgemeinschaft Klietsch GmbH, Siegen, und steht ab sofort in der Version 1.0 für den Markt zur Verfügung, neben  Creo Elements/Direct Modeling und NX nun auch für Solidworks. 

In Zukunft kann der Anlagenbau, der Stahlbau und der Maschinenbau nicht mehr getrennt gesehen und entwickelt werden. Am Ende wollen alle ein integriertes Modell und eine Stückliste. Dieses Ziel ist nun mit Solidworks zu erreichen, zumal eine Anlagenbaulösung ebenfalls bereits integriert ist.

Lange Erfahrung

Die Ingenieurgemeinschaft Klietsch GmbH wurde bereits 1973 als Anbieter für Ingenieurdienstleistungen gegründet. Schon bald hat man auch Berechnungsprogramme auf den Markt gebracht, und in den 90er Jahren ging es los mit der Entwicklung und Vermarktung von 3D-CAD-Lösungen.


SolidSteel parametric, eine vollkommen im Solidworks integrierte Stahlbaulösung.

Heute zeigt sich Klietsch als Full-Service-Anbieter für 3D CAD, PDM und PLM-Lösungen. Dabei steht die Creo-Familie von PTC im Mittelpunkt. Das eigene Stahlbaupaket wird dafür (Creo Elements/Direct Modeling) als App angeboten.

Nachdem die parametrische Konstruktion dort funktioniert hat, war es nicht unlogisch, sie auch für andere CAD-Systeme anzubieten - nun für Solidworks. Dabei hat Dassault Systmes unterstützend gewirkt, "man hat uns mit den Händlern bekannt gemacht und die Türen in die Gemeinde geöffnet", berichtet Matthias Klietsch, Geschäftsführer der Klietsch GmbH.

Ein spezielles tiefes partnerschaftliches Verhältnis ging man mit Solidline ein, wobei hier direkt auch technisches Know-How seitens derer Experten geflossen ist. "Wir haben uns vor über einem Jahr kennengelernt und arbeiten seitdem eng zusammen", so Norbert Franchi, Vorstand der Solidline AG.

100% in Solidworks integriert

"Der wichtigste Aspekt bei der Entwicklung von SolidSteel parametric war die tiefe Integration in Solidworks", erklärt Sebastian Klietsch, Marketingleiter bei der Klietsch GmbH. Für den Anwender bringt das Vorteile wie die leichte Erlernbarkeit, die gleiche Bedienlogik und Handhabbarkeit und keinerlei Dateninkompatibilitäten. Ein Stahlbauteil verhält sich in der Solidworks-Umgebung genauso, wie jedes andere Solidworks-Teil auch.


SolidSteel parametric verfügt über alle nötigen Bibliotheken, um Profile und Anschlüsse
problemlos auswählen und plazieren zu können.


Ein großer Vorteil ist es, dass nun auch weitere Solidworks Applikationen für den Stahlbau genutzt werden können, das PDM-System, das Visualisierungssystem, das Dokumentationssystem, Berechnungsmodule, oder auch eine schon vorhandene Anlagenbau-Lösung (Smap 3D).

"Alle internen Tabellen und integrierten Normen wurden praktisch neu entwickelt, das hatte nicht nur softwaretechnische Gründe, sondern der Anwender hat damit auch die neuesten Daten, auf die er aufbaut", erklärt Sebastian Klietsch.

Alle Elemente logisch verknüpft

SolidSteel parametric bietet nicht nur die Möglichkeit, Profile und Anschlüsse schnell und einfach in einem 3D Modell zu erstellen. Das Programm verwaltet weiterhin die gesamte Stahlkonstruktion als eine logisch zusammenhängende Einheit.

Dazu gehören Systemlinien und verschiedene Arten von Systemknoten, Profile, die Systemlinien zugeordnet sind, Lageoptionen für die Profile und Anschlüsse an den Knoten, die bestimmte Profile miteinander verbinden.

Durch die logische Verknüpfung aller Elemente ist SolidSteel parametric bei Änderungen in der Lage, die Gesamtkonstruktion automatisch an diese Änderung anzupassen. Wenn z. B. ein Eckpunkt einer Konstruktion um 500 mm angehoben wird, ändert sich nur die geometrische Lage eines Knotenpunkts. Alle untereinander bestehenden Verknüpfungen bleiben dabei erhalten. SolidSteel parametric kann das 3D Modell automatisch aktualisieren. Profile werden vollautomatisch verlängert oder verkürzt, die Lage im Raum und Endbearbeitungen wie z. B. Schrägschnitte werden angepasst. Das Gleiche gilt für eventuell betroffene Anschlüsse. Rippen und Kopfplatten werden an neue Profilgrößen angepasst, der Neigungswinkel sowie die Form von Knotenblechen werden geändert und sogar größere Baugruppen wie Rahmenecken folgen den neuen geometrischen Vorgaben ganz automatisch.


Die neue Software umfasst in ihrer Logic die gesamte Konstruktion,
so dass bei der Änderung an einer Stelle alle relevanten Punkte mitgeändert werden.


Sind die hier angedeuteten Automatismen durch Algorithmen gelöst oder durch Regeln? Sebastian Klietsch: "Sowohl als auch. Der Stahlbau unterliegt nun einmal gewissen Regeln und die finden sich hier auch wieder." Den Entwicklern war der Komfort für die Anwender sehr wichtig.

Mit dem Paket werden stahlbautypische Anschlüsse wie Kopfplatten, Knotenbleche und Rahmenecken nicht nur binnen weniger Sekunden plaziert, sondern durch die eingebaute Intelligenz der Software werden auch die Anbauteile passend ausgewählt. Dazu stehen verschiedene Bibliotheken wie z. B. DAST zur Verfügung.

Zusätzlich zu den normalen Kopfplattenverbindungen gibt es mit SolidSteel parametric auch die Möglichkeit, querkraftbeanspruchte l-Trägeranschlüsse mit Winkeln in die Konstruktion einzubauen. Wenn der Flansch des Querträgers mit dem Flansch des Hauptträgers kollidiert, wird automatisch eine stahlbaugerechte Ausklinkung am Querträger angebracht. Der eigentliche Anschluss erfolgt dann mit Winkelprofilen, mit denen die beiden l-Träger verschraubt werden. Bei diesem Anschlusstyp handelt es sich ebenfalls um einen Standardanschluss nach DAST.

Mit den Rahmenecken bietet SolidSteel parametric auch die Möglichkeit, sehr komplexe Verbindungen zwischen Stahlprofilen zu realisieren. Die Rahmenecken stehen in verschiedenen Ausführungsvarianten zur Verfügung. Allen Rahmeneckvarianten gemeinsam ist, dass mit dem Aufruf einer einzigen Verbindungsfunktion eine komplette Baugruppe, bestehend aus vielen verschiedenen Teilen vollautomatisch generiert wird.


Die Gesprächspartner auf der Achema v.l.n.r.: Matthias Klietsch, Isabel Schlüsselburg, Norbert Franchi und Sebastian Klietsch.

Für die Berechnung der Stahlbaukonstruktionen können konventionelle Methoden angewendet werden, es lässt sich aber jetzt auch der FEM-Modul von Solidworks einsetzen und außerdem wird Klietsch bald eine eigene neue Berechnungssoftware anbieten. "So bis zum Frühjahr 2019 sollten wir diese zur Verfügung stellen können", schätze Matthias Klietsch.
"Ich möchte am Ende unseres Gesprächs noch herausstellen, dass die Partnerschaft mit der Firma Klietsch außerordentlich gut ist. Das Unternehmen ist sehr zuverlässig - die Zusagen die sie machen, werden auch eingehalten. Darüber hinaus schätzen wir die Kompetenz von Klietsch", wie der Solidline-Chef Norbert Franchi zum Abschluss betont.

www.solidline.de
www.klietsch.com

- Karl Obermann -

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