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Thema: Hydraulikantrieb im Modellbau (43784 mal gelesen)
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Doc Snyder Ehrenmitglied V.I.P. h.c. Dr.-Ing. Maschinenbau, Entwicklung & Konstruktion von Spezialmaschinen

 ( Bin da dabei: Dig. Prototyping Forum )
 Beiträge: 8856 Registriert: 02.04.2004 Entwicklung und Konstruktion von Spezialmaschinen und Mechatronik 3D-CAD Autodesk Inventor
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erstellt am: 04. Mai. 2006 22:43 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Zitat: Original erstellt von Blacksonja: Ich schau jetzt nach nem geeigneten Verbrenner...
Dann hast Du ja bald alle Möglichkeiten durch. Blieben nur noch Federmotor und Raketenantrieb. Ach ja, und Hamsterrad. Nee, Segel geht auch noch. Aber so ist es halt, das Entwicklerleben, egal ob haupt- oder nebenberuflich. Am Anfang dreht man sich ganz schön im Kreis, aber so muss das sein. Alles viel besser als später noch mal umzuschwenken. Wie ist denn eigentlich der Antrieb im Original? Ich habe davon nämlich nicht die geringste Ahnung, außer dass es riesige durstige Diesel sind, die angeblich zur Not auch mit Margarine laufen. Gruß Roland ------------------ www.Das-Entwicklungsbuero.de Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Blacksonja Mitglied Zahntechnikerin

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erstellt am: 04. Mai. 2006 21:03 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Wow, danke Roland, deine Berechnung is klasse. Ich schau jetzt nach nem geeigneten Verbrenner... E-Motoren in dieser Größe sind leider zu teuer. Nun überlege ich, ob ich den Antrieb mit Differenzial und Kettenbremsen, oder als Überlagerungsgetriebe bauen soll. Kann mir jemand sagen, welche Drehzahlen und welche Kraft der Lenkmotor in einem Überlagerungsgetreibe haben muß? Zu dem "Kriegsspielzeug" möchte ich nur sagen, dass es mir vor allem auf die Fahreigenschaften eines schnelleren, kettengetriebenen Fahrzeuges ankommt und nicht die Kriegstauglichkeit der Originalfahrzeuge. Grüßle Sonja ------------------ God I must confess, I do envy the sinners Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Doc Snyder Ehrenmitglied V.I.P. h.c. Dr.-Ing. Maschinenbau, Entwicklung & Konstruktion von Spezialmaschinen

 ( Bin da dabei: Dig. Prototyping Forum )
 Beiträge: 8856 Registriert: 02.04.2004 Entwicklung und Konstruktion von Spezialmaschinen und Mechatronik 3D-CAD Autodesk Inventor
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erstellt am: 03. Mai. 2006 00:47 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Zitat: Original erstellt von Charly Setter: Es mag sowas in Spezialbereichen geben, aber die lassen sich das dann sicher vergolden.
Da hast Du mal wieder ins Schwarze getroffen, Mathias: http://www.scaleart.de/produkte/komplettmodelle/jubilaeumsraupe_1.htm Ich bin aber gar nicht mehr sicher, ob das Ding wirklich auch hydraulische Fahrantriebe hat. Einige Berichte darüber behaupten das, aber würde es der Hersteller dann nicht stolz erwähnen? Eine echte Herausforderung zum Nachbauen, und ebenfalls nicht so oliv: http://www.hamilton-ag.ch/images/news/JD.PS.1_2003_Menzi.pdf (Kam mir beim Suchen in die Quere, und ist ja bekannt aus dem Inventorforum) Aber zu Deiner Frage Sonja, Du hast es doch schon fast: Beschleunigung und Hangabtrieb kannst Du einzeln in Vortriebskraft umrechnen, dann addieren und mit dem AntriebsradRADIUS multiplizieren, schon hast Du das Gesamtmoment am Getriebeausgang. Für Reibung zum Schluss einen Zuschlag zu machen, halte ich für den richtigen Weg, aber 1/3 sehe ich da als knapp, ich würde eher 50% -100% sagen, bei so viel Gedöns was da bewegt werden muss und verdreckt. Beschleunigung ist einfach, wo Du schon so klare Zahlen hast: F=m*a=30kg*1m/s²=30N Hangabtrieb ist m*g*sin(45°)=30kg*9,81m/s²*0,7071=208N 238N*0,040m=9,5Nm zusammen für beide Seiten, aber noch reibungsfrei, also benötigst Du mit Reibung auch so um die 10 Nm pro Getriebe. Die Geschwindigkeit war jetzt für die Berechnung des Drehmoments noch gar nicht nötig, aber für die Motorleistung ist sie von Bedeutung. Das Problem ist, dass das Motormoment mit der Drehzahl abnimmt, richtigerweise schreibst Du schon Anfangsbeschleunigung, aber wie die abnimmt, hängt von dem Motor ab. Man kann aber schon mal überschlägig die konstante Bergauffahrt mit 1,5 m/s rechnen, denn Dein Beschleunigungswunsch ist ja im Vergleich zur für die Bergauffahrt nötigen Kraft bescheiden. Leistung ist einfach Kraft*Geschwindigkeit, also 208N*1,5m/s=312Watt pro Motor incl. Reibung. Hört sich machbar an: das größte konventionelle Modell (also ohne Elektronik, mit Schleifkohlen-Kommutator) von Dunkermotoren hat 80mm Durchmesser x 175mm Länge und 240 W. Das ist zwar etwas weniger als gerechnet, aber die Ausgangswerte sind ja sowieso alle nur geschätzt. Dieser Motor wird mit 24 Volt betrieben (oder 40 oder 60. Warum eigentlich nicht? brauchst nur mehr Akkus in Reihe.) Bei 24V musst Du jeweils über 10 Ampere im Dauerbetrieb regeln und zur Verfügung haben. Beim Abwürgen nimmt er bis zu 80 A. (Bei höheren Spannunge ist das entsprechend weniger, das ist vorteilhaft.) Die elektronisch kommutierten Motoren gehen noch höher in der Leistung und kosten vermutlich etwas mehr, aber Du bräuchtest dann keinen extra Regler mehr, denn das können die dazu sowieso nötigen Karten schon. Passende Regler haben die aber auch für die "Kollektor"motoren (wie die dort falsch aber wie üblich genannt werden). Getriebe würdest Du dann bei einer angenommenen Lastdrehzahl von 2800 U/Min ca. 8:1 benötigen, das gibts als einstufiges Planetengetriebe auch passend dazu, für Momente bis 25 Nm ist das ø75 x 80lang . Dieses Zeug ist im Gegensatz zu Elektrowerkzeugen und Anlassern für Dauerbetrieb gemacht, Preise weiß ich so leider nicht, lässt sich aber rauskriegen. 3-stellig wird's aber wohl mindestens sein. Eventuell kann man aber auch was aus Industrieauflösungen gebraucht finden; solche Motoren werden oder wurden zuhauf im Spezialmaschinenbau verwandt, die Chance besteht durchaus, so was Ähnliches auszuspüren. Mit den genannten Zahlen kannst Du ja schon mal suchen. Viel Glück! Panzer mag ich zwar gar nicht, aber so wie Du hab ich auch mal angefangen.  Gruß Roland ------------------ www.Das-Entwicklungsbuero.de [Diese Nachricht wurde von Doc Snyder am 03. Mai. 2006 editiert.] Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Blacksonja Mitglied Zahntechnikerin

 Beiträge: 28 Registriert: 30.04.2006
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erstellt am: 02. Mai. 2006 19:58 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Also ich hab mich jetz doch entschieden, wieder einen Elektro-Antrieb zu verwenden...*seufz*...wär zwar schön gewesen, aber leider zu teuer.Danke, dass ihr mir so viele Vorschläge gemacht habt. Das ermuntert mich, noch ein Anliegen vorzubringen. Wieviel Drehmoment braucht ein Getriebeausgang (=Hinterachse), wenn folgende Punkte erfüllt werden sollen: Fahrzeuggewicht: ca. 30 kg Anfangsbeschleunigung: 1m/sek^2 Antriebsraddurchmesser: 80mm Vmax: ca. 1,5m/sek Steigfähigkeit: 45° (hoffe, ich hab nix vergessen) Dazu möchte ich noch sagen, dass bei normaler Beschleunigung beide Motoren mit Getriebeeinheit (einer pro Kette) laufen, sich also die Belastung quasi halbiert. Die Haft- und Rollreibung kann ich jetzt unmöglich voraussagen, keine Ahnung, wie sich meine (geplanten) Ketten verhalten werden. Also müsste diese vernachlässigt werden, oder ein bisschen "gut" gerechnet werden (schätze ca 1/3 mehr)... Hat jemand ne Idee?? Vielen Dank im Voraus und viele Grüße Sonja ------------------ God I must confess, I do envy the sinners Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Charly Setter Moderator
       

 ( Bin da dabei: Dig. Prototyping Forum )
 Beiträge: 11202 Registriert: 28.05.2002
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erstellt am: 01. Mai. 2006 09:36 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Stimmt, da hat gle schon recht. Außerdem habe ich so kleine Hydraulikkomponenten bisher noch nicht gesehen. Es mag sowas in Spezialbereichen geben, aber die lassen sich das dann sicher vergolden.Aber vielleicht willst Du Dir ja auch das Modell eines Hydraulikantriebs basteln. 1-2 alte Pumpen als Muster hätte ich vielleicht noch . Aber das ist auf jeden Fall zu aufwendig (und auch nicht Originalgetreu). Auf jeden Fall: Nicht schlecht, was Du Dir da zusammenbastelst. CU Mathias ------------------ Der vernünftige Mensch paßt sich der Welt an; der unvernünftige besteht auf dem Versuch, die Welt sich anzupassen. Deshalb hängt aller Fortschritt vom unvernünftigen Menschen ab. (George Bernard Shaw) Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
gle Mitglied Konstrukteur
 
 Beiträge: 195 Registriert: 05.12.2004
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erstellt am: 01. Mai. 2006 08:19 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Hallo Sonjaeine Antriebsmöglichkeit wäre: Verbrennungsmotor-Fliehkraftkupplung-Keilriemenvariator (ev.doppelt)-Endantriebe mit Kupplungen und Bremsen. Vorteil ist, viele Teile sind selbst herstellbar, problemslose Technik, kleines Gewicht, Schönen Tag wünscht --gle-- Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Blacksonja Mitglied Zahntechnikerin

 Beiträge: 28 Registriert: 30.04.2006
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erstellt am: 30. Apr. 2006 23:58 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
jaja...ich denk, auch nach meinen Recherchen im web, dass ich doch auf die Hydraulik verzichten werde. Hab zwar einen Lieferanten für Modellhydraulik gefunden (vor allem für Baumaschinenmodelle) aber diese Teile sind absolut unerschwinglich für mich...Ich versuche gerade herauszufinden, ob ein (bzw zwei) Motorradanlasser geeignet wären. Leider finde ich nirgends Daten über den Stromfluss, den die Dinger haben. Weiß jemand, wieviel Ampere so ein Ding zieht und was für Drehmoment es abgibt? Wegen der "Kollisions"-Gefahr mach ich mir weniger Sorgen, es gibt eine Menge Großmodelle kettenbetriebener Fahrzeuge (vor allem Panzer) die mit ordentlichen Geschwindigkeiten und oft über 100kg Gewicht mit mehreren 100ccm großen Verbrennern durchs Gelände brettern. Erfahrung sollte man da mit ferngesteuerten Modellen schon haben. Aber lass mal ein 2,5m Modellflugzeug abstürzen...das hat WESENTLICH mehr Speed. Außerdem...wenn man bei so einem Fahrzeug das "Gas" wegnimmt, steht die Kiste fast augenblicklich, weil die Getriebeübersetzungen die kinetische Energie sofort auffressen. Natürlich trägt man Verantwortung, wenn man ein Modell steuert, genauso wie beim Auto- oder Motorradfahren... Viele Grüße Sonja ------------------ God I must confess, I do envy the sinners Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
gle Mitglied Konstrukteur
 
 Beiträge: 195 Registriert: 05.12.2004
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erstellt am: 30. Apr. 2006 10:46 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Hallo SonjaIm Anhang ein Bild eines aktuellen Hydrostatischen Fahrantrieb. Der Antrieb besteht aus 1 Verstellpumpe und 2 Hydromotoren mit festem Schluckvolumen. Ebenfalls eingebaut ein 2-stufiges Untersetzungsgetriebe direkt vor der Antriebsachse. Es gibt natürlich auch einfachere Systeme, die für deinen Zweck funtionieren werden. Aber wer die Komponenten liefern kann, ist ein anderes Kapitel. Ferner natürlich auch eine Preisfrage. Schönen Sonntag --gle--
[Diese Nachricht wurde von gle am 30. Apr. 2006 editiert.] Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Leo Laimer Ehrenmitglied V.I.P. h.c. CAD-Dienstleister

 Beiträge: 18983 Registriert: 24.11.2002 MDT4 bis MDT2008 (meine ex-Lieblinge) IV2010 Amateur (Pro und Sik. im Test) SWX 2010 (mein neuer Liebling) DesignSpace 11
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erstellt am: 30. Apr. 2006 10:35 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Hallo Sonja,Ich kenn mich zwar im Modellbau nicht aus (Kriegsspielzeug ist mir eigentlich auch zuwider), aber allgemein gesagt ungefähr so: Hydraulik ist grundsätzlich sehr teuer, sehr diffizil zu verbauen und hat meist einen ungünstigen Wirkungsgrad. Ich kenne auch keine Komponenten, die klein genug wären für Modellbau. Mechanische Getriebe, Differential, usw. gibt's ja in allen Grössen und Bauweisen, da müsste doch was Passendes dabei sein. Antrieb Elektro oder Verbrenner scheint mir eher eine Glaubensfrage zu sein. Es gibt beide Varianten in allen Leistungsklassen. Um 30kg mit 10km/h zu bewegen brauchst Du sicher ordentlich Leistung. Das hat aber dann auch eine ganz schöne kinetische Energie (Kollision!). ------------------ mfg - Leo Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Markus_30 Ehrenmitglied V.I.P. h.c. Konstrukteur (Techniker Maschinenbau)

 Beiträge: 3245 Registriert: 21.03.2005 Windows XP Pro SP2 Windows Vista Ultimate SB 32 bit 2048 MB RAM nVidia GF 7800 GTX (256 MB) UG NX3.0.5.3 MP 01 UG NX4.0.2.2 MP 02 (akad.) SE V18 SP6 (akad.) SE V19 SP2 (akad.) Pro/E WF3.0 M020 (SE) Ansys 10.0
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erstellt am: 30. Apr. 2006 10:32 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Hallo, Sonja,kriegst du das ganze Hydraulik-Gerödel in deinem Modell überhaupt unter? Und ganz billig ist das Zeug meines Wissens auch nicht. ------------------ Gruß  Markus Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
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