erstellt am: 18. Mai. 2007 14:00
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Hallo Cap,ich habe diese Diskussion mit Interesse verfolgt. Ich werde die verschiedenen Antworten nicht werten, Dir aber mal etwas vorrechnen, was Du auch berücksichtigen solltest.
Angenommen:
Ich stelle einen Ing. für Entwurf, Konstruktion, Berechnungen etc. ein. Erstmal muß ich dann für einen Arbeitsplatz sorgen.
Büromöbel ca. ¤ 4000,--
Rechner ca. ¤ 6000,--
Software (3d CAD + 2d CAD + Kalkulationssoftware + Office etc.) ca. ¤ 50000,--
Software Wartungskosten ca. ¤ 4000,-- per Jahr per Arbeitsplatz
Das macht zusammen ca. ¤ 72000,-- . Das muß ich in 3 Jahren zurückverdienen, sonst kann ich ich es gleich lassen. Bedeutet: ¤ 24000,-- per Jahr kostet mich Dein Arbeitsplatz. Strom, Gas, Miete, Weiterbildung, Schulung noch gar nicht mal mit eingerechnet.
Nun kommt noch dein Gehalt von ¤ 3000,-- per Monat. Macht bei 13 Gehältern ¤ 39000,-- per Jahr zuzüglich des Arbeitgeberanteils von ca. ¤ 500,-- per Monat, also ¤ 6500,-- per Jahr, macht zusammen Gehaltskosten von ¤ 45500,-- per Jahr.
Aber du hast auch noch Urlaub und bist auch mal krank. 6 Wochen Urlaub und mal so 2 Wochen Krankheit für die Kalkulation macht 52 Wochen - 8 Wochen = 44 Wochen Produktivität (Feiertage mal nicht eingerechnet). Das sind bei 38.5 h/Woche so ca. 1700 theoretische produktive Stunden. Aber eben nur theoretisch. Angenommen die Produktivität liegt bei 70% (das ist schon sehr hoch) macht das noch 1200 Stunden. Nun kann aber keiner die Garantie für Vollauslastung geben. Daher eine kalkulatorische Auslastung von ca. 75% (sehr hoch...). Dann bleiben noch 900 Stunden per Jahr über, die ich in Rechnung stellen kann. So, nun die Kosten von ¤ 24000,-- plus ¤ 45500,-- = ¤ 69500,-- geteilt durch die Stunden, die Du produktiv bist, also 900h, mach einen klakulatorischen Stundenlohn von ca. ¤ 77,-- per Stunde ohne Gewinn. Darauf noch 2% Gewinn macht so ca. ¤ 79,--. Damit muß ich also kalkulieren.
Hast Du diese Rechnung mal aufgemacht? Ich denke nicht, wenn ich deine Beiträge lese.
Nun ist es aber aus Erfahrung so, daß die Produktivität von Anfängern im ersten Jahr nicht bei 75% liegt, sondern eher bei 20-30%. Also wird es noch teurer für den Arbeitgeber (Ist dann ein hohes Einstiegsgehalt gerechtfertigt?). Ist auch alles kein Problem, denn das weiß man ja als Arbeitgeber. Irgendwann nach ein oder zwei Jahren lohnt sich das Ganze ja auch.
Die Zahlen, die ich genannt habe, beziehen sich natürlich auf mein Büro und sind sicherlich nicht überall so, mal höher mal niedriger, natürlich auch abhängig von der Branche.
Lasse Dir diese Zahlen mal durch den Kopf gehen und überlegen dann nochmal. Auch gebe ich zu bedenken, daß ein Ing. nicht zwangsweise nur aufgrund des absolvierten Studiums bessere Leistungen bringt als ein Techniker oder technischer Zeichner mit mehreren Jahren Erfahrung. Ich bin immer noch der Meinung, daß Leistung belohnt werden soll. Will heißen, bei mir kann ein technischer Zeichner durchaus mehr verdienen (und auch bekommen) als ein Ing. Aber zunächst muß jeder erst mal die Leistung zeigen. Und bis dahin gilt: kleine Brötchen backen.
Viele Grüße
Felix