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Autor
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Thema: Lagerspiel (2703 mal gelesen)
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A65 Mitglied Konstrukteur
 
 Beiträge: 424 Registriert: 22.09.2010 Inventor 2010
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erstellt am: 09. Sep. 2011 14:25 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Hallo, als ehemaliger Formenbauer bin ich leider nicht so wirklich firm was Gleitlagerungen angeht. Ich habe da 4 Gleitlager zu verbauen Wellendurchmesser 210mm, Werkstoff Wellen: 42 CrMo4, Werkstoff Lager: PAN SoMs140. Jeweils zwei Lagerzapfen ca 700mm Abstand. Laut "schlauem Buch" wäre in diesem Fall die richtige Passungsauswahl H7/f7, was ein minimales Lagerspiel von -50 µ und ein maximales Lagerspiel von 142 µ ergeben würde. Also rein "gefühlsmäßig" erscheint mir das doch ziemlich mickrig zu sein. 150 µ wäre bei Fettschmierung meiner Ansicht nach das Minimum, bei 50µ werden mich die Mechaniker beim Zusammenbau wahrscheinlich mit meinen eigenen Bleistiften kreuzigen. Daher die Frage an altgediente Maschinenbauer: Liege ich richtig, wenn ich als Lager-Innenmaß 210,1 H7 angebe ? Die Wellenzapfen sind alle -50 µ, also hätte ich dann ein Minimalspiel von 150 µ und ein Maximalspiel von 200 µ. Aus dem Bauch heraus erscheint mir das logisch. Trotzdem würde mich Eure Meinung brennend interessieren. Auch ein alter Tattergreis wie ich ist hin wieder lernbereit. Gruß Reimund
------------------ Wenn jemand sagt das er voll und ganz hinter Dir steht, dann tut er dies oft nur um Dir besser in den Hintern treten zu können Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Charly Setter Moderator
       

 Beiträge: 11981 Registriert: 28.05.2002 Der vernünftige Mensch paßt sich der Welt an; der unvernünftige besteht auf dem Versuch, die Welt sich anzupassen.<P>Deshalb hängt aller Fortschritt vom unvernünftigen Menschen ab. (George Bernard Shaw)
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erstellt am: 09. Sep. 2011 14:39 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für A65
Ich würde Dir da gerne weiterhelfen, aber irgendwie fehlen mir da noch grundlegende Parameter wie z.B.: - Schmierungsart / Schmiermittel - Belastungsart - Drehzahlen - Bewegung rotierend / schwenkend etc. pp. CU ------------------ Der vernünftige Mensch paßt sich der Welt an; der unvernünftige besteht auf dem Versuch, die Welt sich anzupassen. Deshalb hängt aller Fortschritt vom unvernünftigen Menschen ab. (George Bernard Shaw) Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Hohenöcker Ehrenmitglied V.I.P. h.c. Ingenieur

 Beiträge: 2389 Registriert: 07.12.2005 Inventor 2023 Ich mag beide Arten von Musik: Country und Western! S-Fanclub
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erstellt am: 09. Sep. 2011 14:47 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für A65
Jedenfalls nicht 210,1 H7. 210 ist das Nennmaß. Nach dem System Einheitsbohrung ist 210 H7 schon richtig. Wenn Du meinst, mehr Spiel zu brauchen, gib es auf der Welle, und vergrößere die Toleranzklasse. Z. B. 210 H8/e8; Spiel 100 - 244 µm. Hängt auch von der Lagegenauigkeit (Parallelität) der Zapfen zu einander ab. ------------------ Gert Dieter  Menschen sind keine Maschinen. Aber Maschinen sind auch Menschen. Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
A65 Mitglied Konstrukteur
 
 Beiträge: 424 Registriert: 22.09.2010 Inventor 2010
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erstellt am: 09. Sep. 2011 14:48 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Hallo, Richtig, da sieht man das ich auf diesem Gebiet noch ein Rookie bin. Schmierung = Fettschmierung mit handelsüblichem Gleitlagerfett für höchste Druckbelastung. Schmierungsintervall = mindestens einmal pro Schicht per Schmiernippel. Belastungsart = Schwellend (Stabenden warm auswalzen) Drehzahl = 42 UpM Bewegung = rotierend, jeweils eine volle Umdrehung von Stillstand zu Stillstand, also ganz ähnlich wie eine im Einzelhub gefahrene Exzenterpresse. Technisch gesehen eine ganz simple Maschine. Gruß Reimund ------------------ Wenn jemand sagt das er voll und ganz hinter Dir steht, dann tut er dies oft nur um Dir besser in den Hintern treten zu können Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
A65 Mitglied Konstrukteur
 
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erstellt am: 09. Sep. 2011 15:00 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Hallo, Guter Tipp, aber weil hinter den Lagerzapfen noch Zahnräder aussen "drangehängt" werden, ist die Welle ein ziemlicher "Koffer" und wir keine Möglichkeit die Wellenenden zu bearbeiten. Da muss ich also wohl oder übel so eine Art "handgestrickte Einheitswellen-Passung" daraus basteln. Weil wir auch die Lagerbuchsen auswärts drehen lassen möchte ich da nicht unbedingt auf H11 oder so ausweichen. Was haltet Ihr Fachleute denn von Ø210 G7 ? Dann käme ich aufgrund der gegebenen Wellenmaße auf minimal +100 µ und maximal auf +170 µ bei Einhaltung des Nennmaßes von Ø 210. Gruß Reimund
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Hohenöcker Ehrenmitglied V.I.P. h.c. Ingenieur

 Beiträge: 2389 Registriert: 07.12.2005 Inventor 2023 Ich mag beide Arten von Musik: Country und Western! S-Fanclub
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erstellt am: 09. Sep. 2011 16:38 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für A65
Bei Ø210 G7/f7 komme ich zwar auf 65 - 157 µm, aber hört sich vernünftig an. Oder meinst Du F7/f7 mit 100 - 192 µm? Ich schreibe meist dran +0,10/+0,15 oder so. Passungssysteme sind eher für Serienfertigung. ------------------ Gert Dieter  Menschen sind keine Maschinen. Aber Maschinen sind auch Menschen. Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
A65 Mitglied Konstrukteur
 
 Beiträge: 424 Registriert: 22.09.2010 Inventor 2010
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erstellt am: 10. Sep. 2011 08:15 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Hallo Dieter, wir lassen die Lager bei PAN fertig drehen, da unser Dreher in Rente gegangen ist und die GL der Meinung ist das es "Luxus" wäre diese Position neu zu besetzen. Und unseren Schlossern möchte ich da dieses sündhaft teure Material nicht in die Finger geben. Würden wir die Lager wie bisher selber drehen könnte ich da jedes beliebige Maß angeben. Die Wellenzapfen sind 209,95 mm, also würde ich da eben 210,15 +/- 0,05 angeben. Darauf lässt sich aber kein Lohnfertiger ein, weil die anscheinend prinzipiell nur mit Lehrdornen arbeiten um auf der "sicheren Seite" zu sein. Speziell wenn so ein Lager pro Stück mal eben einen halben Tausender kostet. Innenmikrometer sind bei so großen Bohrungen immer so eine Sache. Wenn 3 Leute dieselbe Bohrung messen kommen in der Regel 3 verschiedene Maße heraus. Bei einem früheren AG habe ich daher immer die Fadenerodiermaschine zur Meßmaschine umfunktioniert wenn es sich um Fremdaufträge handelte. Wie gesagt, es geht einfach darum ein vernünftiges Lagerspiel festzulegen damit auch die Fremdfirma eine exakte Arbeitsvorgabe hat. Und das geht halt nur über das System Einheitsbohrung. Vor meiner Zeit haben die Schlosser immer gerne improvisiert und dann die Lager kurzerhand mit dem Handschleifer "optimiert". Und haben sich dann gewundert warum die Lager aufgrund des miserablen Tragbildes dann im Zeitraffertempo hinüber waren. Solange man Ersatz aus Rg 10 selber anfertigen konnte hat das anscheinend niemanden gestört, aber allein beim Austausch geht locker ein ganzer Arbeitstag mit 3 Schlossern drauf. Und man hat mich schliesslich nicht eingestellt um die Fehler meiner Vorgänger fortzuführen. Gruß Reimund
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