Hallo Volker,
deine Frage die du stellst, habe ich irgendwie auch schon sehr oft gehört, ...
Früher war es so, der Konstrukteur hat sich um seine Konstruktion gekümmert und ein alter Werkstattmeister mit viel Erfahrung hat sich die Teile dann angesehen und dann nach 5 Minuten einen Preis rausgehauen, der dann meistens ±10% des tatsächlichen Preises wiederspiegelte und es war OK.
Heute soll das meist jemand machen, der keine Erfahrung mehr hat, denn diese sind in Rente gegangen und wurden mit Leuten frisch von der Schule besetzt.
Das sind dann diejenigen, die von einem zum anderen Kollegen laufen und Fragen wie lange würdest Du denn für diese Arbeit brauchen. Nach 2-3 Stunden in denen sie dann auch einen ähnlichen Preis wie der alte Werkstattmeister ermittelt haben, haben sie aber auch die Kollegen 2-3 Stunden von ihrer eigentlichen Arbeit abgehalten. Eigentlich müssten dann schon 4-6 Arbeitsstunden für die Fragerunden mit verrechnet werden.
Die Produktivität wurde gesenkt (Kollegen wurden ja aufgehalten) und die eingerechneten Gewinne reichen nicht aus, man hat die 4-6 Stunden nicht mit eingerechnet.
Und rechnet man diese mit ein, ist man zu teuer und bekommt die Aufträge nicht.
Hat man dies erkannt, sucht man ein Tool, dass die Erfahrung des alten Meisters abbilden soll, um die Mehrstunden wieder einzufangen, ....
Hast du viele ähnliche Teile, könntest du Glück haben, ....
Wir haben Einzelfertigung, da wird es sehr schwer, ....
Wie sollte das CAD die Berechnung anstellen?
Nehmen wir eine Standardbohrung Ø10 50 mm Tief, sagen wir jetzt die Bohrung kostet diese dann immer 1€?
Das wäre ja schon falsch, denn mache mal diese Bohrung in eine Platte die 2000mm x 2000mm groß ist
oder in eine Platte die 100mm auf 100mm ist.
Wie sieht der Preis aus, wenn man für diese Bohrung die Platte in 2 Achsen anstellen muss?
Ich habe jetzt nur eine dumme Bohrung, aber in den verschiedenen konstellationen bestimmt verschiedene Preise dafür, unterschiedliche Machinen mit unterschiedlichen Vorraussetzungen und dann unterschiedlichen Stundensätzen müssen berücksichtigt werden, ...
Jetzt kannst du entweder probieren eine künstliche KI mit Erfahrungen zu füttern und testen ob diese brauchbare Preise ausspuckt, .... (keine Ahnung wie das geht)
oder du rechnest alles Präzise, brauchst dann aber noch länger wie die 2-3 Stunden von der ersten Annahme von mir, ....
Im CAD kannst du lediglich Auswerten wieviele, welche Bohrungen, Taschen und welche Größe u.s.w. vorhanden sind, aber nicht unter welchen Vorraussetzungen du die Fertigen kannst/wirst.
Dein Schätzen ist im Prinzip aktuell der richtige Weg, wie soll eine Software etwas genaueres berechnen, wenn die dazugehörigen Info´s teilweise noch nicht da sind.
Bei uns führen sie zwar kein SAP sondern etwas ähnliches ein, aber auch hier wollen sie für den Automatismus Info´s bevor es diese gibt, ... (Überall gleich)
Wenn du mich fragst, funktioniert SAP und ähnliches unheimlich gut für Großkonzerne und Märkte, die feste Einkaufspreise haben. z.B. Batterie 120Ah 120€ u.s.w.
und bei zu 100% Strukturierten Abläufen in großen Automatisierten Anlagen/Firmen, ....
Aber nicht bei Einzelfertigung mit sich ständig verändernten Vorraussetzungen.
Gruß Wolfgang
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alles ist möglich, nichts funktioniert und trotzdem muß es bis morgen geschafft sein. 
Werden wir es schaffen? Ja wir schaffen das !!! :-)
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