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Gut zu wissen: Hilfreiche Tipps und Tricks aus der Praxis prägnant, und auf den Punkt gebracht für SOLIDWORKS
Autor Thema:  Konstruktionsfreigabe (7456 mal gelesen)
Mausus
Mitglied
Projektleiter / Konstrukteur


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Beiträge: 30
Registriert: 19.01.2006

WIN XP Pro SP2
Pentium IV 3,20GHz
2GB RAM
Grafik Quadro FX 540

erstellt am: 02. Dez. 2006 19:36    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat    Unities abgeben: 1 Unity (wenig hilfreich, aber dennoch)2 Unities3 Unities4 Unities5 Unities6 Unities7 Unities8 Unities9 Unities10 Unities

Hallo,
mal ne allgemeine Frage.
Wie wird es bei euch in der Firma gehandhabt, wenn ihr euere Konstruktion fertig gestellt habt.

Wer kontrolliert euere Konstruktion?
Benutzt ihr ein Datenblatt zur Konstruktionsfreigabe?
Schickt ihr den Kunden die Konstruktion um lästige Änderungen im Nachhinein zu vermeiden?
Wie archiviert ihr die Konstruktionsfreigabe?

Viele Fragen auf einmal, ich weiß!
Ich bin aber sehr daran interessiert, wie ihr zu diesem Thema steht!
Gruß,
Markus

------------------
Markus Hofmnan

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Kranbauer
Mitglied
Konstrukteur; Admin;


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Beiträge: 406
Registriert: 26.03.2004

SolidWorks 2014
Dell Precision T3500
16 Gb RAM
Raid 0
2 x Dell 24" TFT

erstellt am: 02. Dez. 2006 20:04    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat    Unities abgeben: 1 Unity (wenig hilfreich, aber dennoch)2 Unities3 Unities4 Unities5 Unities6 Unities7 Unities8 Unities9 Unities10 Unities Nur für Mausus 10 Unities + Antwort hilfreich

Hallo Markus,

Frage, seid ihr ISO Zertifiziert??

Wenn ja dann habt ihr so gut wie keinen Spielraum.
Dann wäre so gut wie alles fixiert und festgelegt.

Wenn nicht, dann viel Spass beim verhandeln zur Lösungsfindung.

Meine Persönliche Meinung ist, es soll ein System sein das Daten schützt, aber zugleich eine gewisse Flexiblität (nur für gewisse Leute) zulässt.

Kontrolle und Schutz ist wichtig, man kanns aber auch übertreiben     

Chris

------------------
geht nicht gibt's nicht

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GWS
Ehrenmitglied V.I.P. h.c.
Konstrukteur Sondermaschinenbau



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Beiträge: 2415
Registriert: 23.07.2001

SWX 24 SP3, PDM Prof.
auf Dell Precision 3640 /32GB / NVDIA Quadro P2200 / Win 11

erstellt am: 03. Dez. 2006 21:56    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat    Unities abgeben: 1 Unity (wenig hilfreich, aber dennoch)2 Unities3 Unities4 Unities5 Unities6 Unities7 Unities8 Unities9 Unities10 Unities Nur für Mausus 10 Unities + Antwort hilfreich

Hi Markus !

In Stichpunkten der Ablauf einer Konstruktiosarbeit:

  • Der Kunde (auch der eigene Vertrieb ist ein Kunde) stellt seine Anforderungen in einem Pflichtenheft dar. Er beschreibt was er haben will, welche Anforderungen bestehen.
  • Die Konstruktion macht einen Vorschlag / Entwurf, der intern abgeklopft wird, ob er alle Anforderungen des Pflichtenhefts erfüllt. Die Lösung wird in einem Lastenheft beschreiben, das der Kunde vorgelegt bekommt und freigeben muss.
  • Die eigentliche Konstruktionsarbeit auf der Basis des Lastenhefts beginnt
  • Die Konstruktion ist fertig, wenn erstens alle Punkte des Lastenhefts erfüllt sind und zweitens mit einer kompletten Dokumentation, nach der die Konstruktion gefertigt werden kann.
  • Der Kunde bekommt die Fertigungsdokumentation auf Papier oder PDF zur Freigabe.
  • Je nach Auftrag erfolgt jetzt die Fertigung und die zwangsläufigen Änderungen, die die Konfrontation von Theorie und Praxis mit sich bringt.
  • Die Änderungen werden mit einem Änderungsindex dokumentiert. Es sollte nicht vorkommen, dass ein Fertiger unter der gleichen Zeichnungsnummer und dem gleichen Änderungsindex zwei verschiedene Teile fertigen kann. Das geht üblicherweise in die Hose. Jede Zeichnung, die die Konstruktion verlassen hat, um z.B. gefertigt zu werden ist eingefroren und nicht mehr veränderbar.
  • Irgendwann kommt der Tag, an dem der Auftraggeber die Maschine, die Konstruktion abgenommen ist. D.h. der Kunde bestätigt Dir die Erfüllung des Lastenhefts.

  • Das Projekt auf einen geeigneten Datenträger speichern, Rechnung stellen, Urlaubsgesuch einreichen 

Das Änderungswesen läuft ähnlich ab:

  • Es wird ein Änderungsantrag (von wem auch immer) gestellt, weil eine Funktion nicht (mehr) erfüllt wird, zu teuer, zu groß, gefällt nicht, was auch immer.
  • Ein geignetes verantwortliches Gremium (Führungskader, Produktionsleitung, Geschäftsleitung, je nach Firmenstruktur) entscheidet, ob der Änderungsantrag bearbeitet werden soll.
  • Abgesehen von trivialen Änderungen sollte jetzt ein Vorschlag unterbreitet werden, wie den Forderungen aus dem Änderungsantrag entsprchen werden kann. -> Lastenheft
  • Das Gremium entscheidet, ob das Lastenheft eine sinnvolle Lösung für das Problem bietet und gibt es anschließend frei, oder weist es zur Nachbearbeitung zurück.
  • Wenn das Lastenheft steht, geht es weiter, wie bei einem Kundenauftrag, nur dass das Gremium den Kunden ersetzt.

Das was du als Konstruktionsfreigabe bezeichnest, würde hier einem Lastenheft entsprechen. Der Kunde sollte an entscheidenden Meilensteinen mit eingebunden werden. Das kostet ein wenig Zeit und spart viel Geld, wenn man sicherstellen kann, dass beide Seiten vom selben reden.
Deine Solids würde ich nur herausgeben, wenn es vertraglich so bestimmt wurde. Ansonsten kannst die die Kunden mit 3D-PDFs oder E-Drawings der Baugruppen versorgen.


Grüße Günter

PS.: Es gibt durchaus noch andere Vorgehensweisen, da würde ich mich auch über eine lebhafte Diskussion freuen, die allerdings in diesem Forum mit SWXSolidWorks spezifischen Themen sicher off topic ist. Ich bin mir sicher, dass Ralf oder Stefan (alles Gute nachträglich ) die das richtige Forum nennen kann.

------------------
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

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HolgerH
Mitglied
Konstrukteur


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Beiträge: 535
Registriert: 11.12.2000

erstellt am: 04. Dez. 2006 07:24    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat    Unities abgeben: 1 Unity (wenig hilfreich, aber dennoch)2 Unities3 Unities4 Unities5 Unities6 Unities7 Unities8 Unities9 Unities10 Unities Nur für Mausus 10 Unities + Antwort hilfreich

Hallo !

Bei uns läuft das so:

Zeichnungen werden erstellt und zur Feigabe mit einem
Freigabestempel (Block) gekennzeichnet.
Diese freigegebene Zeichnung wird als pdf in einen
hierfür angelegten Ordner (Zugriff für alle, die mit freigegebenen Zeichnungen arbeiten müsssen) abgespeichert.
Mit einem Formular "Verteilung und Änderung von Unterlagen" werden alle Abteilungen, die von einer neuen (geänderten) Zeichnung betroffen sind über einen neuen Zeichnungsstand informiert.
In dem Ordener für freigegebene Zeichnungen befindet sich zu jeder Zeit nur die aktuelle Zeichnung, so daß eine Verwechslung ausgeschlossen ist. PDF-Zeichnungen haben außerdem den Vorteil, daß sie auf jedem PC zu öffnen oder an emails anzuhängen sind.
Diese Vorgehensweise ist bei uns durch den TÜV abgesegnet und entspricht Zertifizierungen nach TS16949 und der DIN EN ISO 9001.
Gruß
Holger

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maximal
Mitglied
Konstrukteur


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Beiträge: 508
Registriert: 08.01.2003

SolidWorks 2018 SP5
Keytech 13
WIN 10
Composer, Simulation, Tacton & Lino

erstellt am: 04. Dez. 2006 07:47    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat    Unities abgeben: 1 Unity (wenig hilfreich, aber dennoch)2 Unities3 Unities4 Unities5 Unities6 Unities7 Unities8 Unities9 Unities10 Unities Nur für Mausus 10 Unities + Antwort hilfreich

Hallo Markus,

bei uns kontrolliert im Normalfall der zuständige Konstrukteur.
Neuentwicklungen und Standardbaugruppen gehen auch noch durch Projektierung, Fertigung und Montage. Jede Abteilung hat eine Checkliste zur Beurteilung.
Bei speziellen BG's wird auch mal im Pflichtenheft festgelegt, was wann von wem freigegeben werden muß. Das erfolgt meist bei einer gemeinsamen Besprechung.
Nur auf Kundenwunsch wird der Kunde mit einbezogen, im Normalfall nimmt er nur die komplette Maschine ab.
Da wir mit einem PDM-System arbeiten erfolgt die Freigabe dort. Es wird dann automatisch ein PDF erstellt. Das hat dann auch den Freigabevermerk. Mit diesem PDF wird dann auch in der Firma gearbeitet.
  PDF vorhanden      > Teil/Baugruppe freigegeben
  kein PDF vorhanden > nicht freigegeben 
Die Vorgehensweise mit den automatisch erstellten PDF's hat sich bei uns richtig gut bewährt!

Ich denke man kann für die Vorgehensweise keine generelle Aussage machen. Es sollte immer ein Kompromiss zwischen Aufwand und Nutzen sein. Bei uns war anfangs schon ein gewisser Widerstand ("kostet nur Zeit") vorhanden, aber die ungeplanten Änderungen gehen schon deutlich zurück.     

Gruß, Max

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Piet
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Konstruktionsleiter & Konstrukteur


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Beiträge: 661
Registriert: 20.11.2001

SWx 2021

erstellt am: 04. Dez. 2006 09:02    Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag!  <-- editieren / zitieren -->   Antwort mit Zitat in Fett Antwort mit kursivem Zitat    Unities abgeben: 1 Unity (wenig hilfreich, aber dennoch)2 Unities3 Unities4 Unities5 Unities6 Unities7 Unities8 Unities9 Unities10 Unities Nur für Mausus 10 Unities + Antwort hilfreich

Im Großen und Ganzen läuft es bei uns ähnlich ab wie von Günter beschrieben.

Wir konstruieren sowohl Produkte (Serienteile) wie auch Betriebsmittel, in seltenen Fällen auch kundenspezifische Baugruppen.

Serienteile werden über unser PLM (Agile  )verwaltet, offiziell gültig sind nur dort angehängte PDF und DXF-Dateien.
Das Änderungswesen findet über ECOs (Engineering change orders) statt, bei einer Änderung müssen automatisch diverse andere Leute und Abteilungen zustimmen: Arbeitsvorbereitung, Produktion, Einkauf, ev. Marketing, Service usw..

Betriebsmittel werden nicht im PLM abgebildet, sondern nur händisch dokumentiert.

Jede Zeichnung, welche die Abteilung verlässt (und sei es nur für ein Angebot), wird auf dem jeweiligen Rev-Stand eingefroren. Dazu wird eine Kopie der Teiledatei mit angehängtem Revisionsindex erzeugt (z.B. 4711_Doppelschnutflansch_R02.sldprt) die Zeichnung wird ebenso als PDF und ggfs. DXF gesichert.
Um diese Sicherungen komfortabel zu erzeugen, habe ich ein Makro geschrieben, welches den Index aus der Zeichnung ausliest (benutzerdefinierte Eigenschaft), daraus die Dateinamen erzeugt und die Dateien speichert.

Kundenspezifische Dateien werden natürlich auch über das PLM verwaltet. Nach meiner Erfahrung lohnt es sich unbedingt, den Kunden mit 3D-Daten zu versorgen, und wenn's nur ein eDrawing ist. Ohne die Bestätigung des Kunden (den "So-machen-wir's"-Stempel) ist der Ärger vorprogrammiert. Und da es auch bei Kunden oftmals Leute gibt, denen 2D-Zeichnungen nicht so geläufig sind, oder die keine Lust auf eine gründliche Prüfung haben, kommt ein eDrawing oft gut an, schließlich reizt es den Spieltrieb.

Bei 3D-Daten muss man natürlich gucken, was man dem Kunden anvertraut. Unsere Produkte senden wir natürlich keinesfalls als Baugruppen raus, dafür haben wir Ersatzmodelle erzeugt, die nur die Außenkontur und Referenzgeometrien enthalten.

Piet

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