Hallo zusammen,
Servicepacks und Installation, vor allem auf größeren Installationen ... da kann ich mitreden
Mich erinnert das momentan an einen normales Zyklusüberschwappen in die andere Richtung ... wenn ich das aus den Berichten in comp.cad.solidworks und hier richtig verstanden habe gab es mit dem SP5.0 dann ein Problem, wenn man zwar das Servicepack, aber nicht das dazu passende Toolbox Update runtergeladen und installiert hat. Da genügend Leute sich wohl beschwert haben, dass Sie die 130 MB für Toolbox nicht runterladen wollte hat SolidWorks das SP zurückgezogen (also so weit reime ich mir das zusammen, ist nur von mir und nichts offizielles).
Da kann ich nur sagen: so what? Nach der ganzen Schelte ist SolidWorks offensichtlich jetzt sogar bereit zu vorsichtig zu reagieren ( IMHO ). Die Testerei ist deutlich besser geworden, der Umfang der Fehlerkorrekturen und Ausbügeln von Falten (was ich nicht mal als Fehler bezeichnen würde) ist sehr gut. Der Zeitrahmen ist angepasst worden (auf mittlerweile knapp 8 Wochen statt früher 3), die Dokumentation ist gut und ich bekomm mittlerweile auch schon mit, was sich im nächsten Servicepack ändern wird.
> Mir wäre lieber: Zeitlich größere Abständer der Service-Packs, ...
Das kommt nun wieder sehr darauf an, wie dringend eine bestimmte Problemlösung ist. Das Beispiel von Stefan (ich vermute das Problem mit den Layerbelegungen): hast du keine DXF-Exporte mit Layerzuweisung ist es dir schnurz (wie mir), brauchst du das für Kunden, Lieferanten, Werkstatt usw. ist das sehr dringend und sollte nicht erst in XXX Wochen herauskommen.
Was wäre denn eine angemessene Zeit zu testen? 3 Wochen? 6? 4 Monate? Du mußt den Code einfrieren (also keine weiteren Verbesserungen), alles Mögliche und Unmögliche testen, auf unterschiedlichen Betriebssysteme, Maschinentypen, Grafikkarten, Sprachversionen, mit und ohne Zusatzapplikationen, für die du zuständig bist und das alles unter dem Gebrüll deines Projektmanagers, das die Kunden warten und dem berechtigten (und manchmal etwas überzogenen) Gejammer der Anwender, wie man denn so etwas übersehen kann.
> ... aber dann vernünftig durchgecheckt ...
Zur Testerei: was da SolidWorks alles in welchen Zusammenhängen testen muss scheint mir fast unüberschaubar, aber trotzdem bekommen sie das (fast) immer hin. Habt ihr euch mal die Liste der bereinigten Fehler durchgelesen? Da sind Fehler drin, die verstehe ich noch nicht mal, geschweige denn, dass ich sie mutwillig nachstellen könnte und erst recht kein Gedanke daran verschwende, dass mir vorher in den Sinn kommen würde so etwas zu testen.
Zu diesem Fall: ich würde einem meiner User etwas ganz anderes sagen, wenn er nur einen Teil einer neuen Software installiert und dann anschließend die Welle macht, weil es nicht funktioniert. 
> ... - auch von den Anbietern von Partnerlösungen.
Das ist eine interessante Forderung. Bei den wichtigen(!) Zusatzapplikationen (wie der Schnittstelle zum PDM-System) fragen wir vorher nach, ob das neue Servicepack okay und freigegeben ist. Für das Testen ist in meinen Augen der Lösungspartner zuständig. Bei Add-Ins, die von SolidWorks kommen, sollte auch SolidWorks testen.
> Warum soll ich eigentlich jetzt noch ein SP installieren? Die 2003
> ist angekündigt und die aktuelle Version läuft (relativ) anständigt.
Wenn die aktuelle Version stabil für dich läuft: warum um alles in der Welt solltest du das Servicepack einspielen? Das Argument mit der SW2003 zieht in meinen Augen überhaupt nicht, das andere schon. Schau in deine Fehlerliste, welche Fehler bei euch bekannt sind und auch verfolgt und beseitigt werden sollen. Ihr habt doch so eine Fehlerliste? Dann check die Releasenotes und die gelösten SPR-Nummern. Jetzt gilt es nur ganz einfach abzuwägen, ob es das Risiko wert ist ... ganz normaler Projektalltag.
> Bei unserer Installation brauchen wir mindestens einen halben Tag,
> um alle Rechner wieder auf Stand zu haben.
Wieviele Rechner hast du zu verwalten? Wir arbeiten mit Serverinstallationen, da ist das (rein technisch) eine Sache von 5 Minuten und ein paar automatischen Kopieraktionen auf die anderen Server in der Nacht.
Ich empfehle in jedem Fall ein Backup des alten Verzeichnisses vor dem Update; zum einen kann immer mal was schief gehen (von einem, korrupten Download über defekte Platte bis hin zu veränderter Installation), zum zweiten kann ja wirklich auch mal wieder ein Ausrutscher passieren. Wenn du dann das alte Verzeichnis noch hast ist das zurück auf das alte Servicepack eine Sache von 26 Sekunden.
> Und das nur, um z.B. von SWX gesetzte Systembeschränkungen wieder
> aufzuheben (die Sache mit der Schulungslizenz).
Das war ein Missgriff ... hat SolidWorks ja auch sehr schnell wieder zurückgenommen. Und auch kein eingeschleppter Fehler, sondern Absicht; aber da war sicherlich die Mehrheit der Anwender nicht betroffen.
Unter Strich: ich hab lange, ausführlich und sehr laut über die Servicepacks geschimpft, mit den Vertriebsleuten, der Hotline, SolidWorks Deutschland, in den Foren, auf meinen Hilfeseiten, auf den Usertreffen CESUM und SolidWorksWorld und hatte sogar einen Termin mit Graham Ray ... ich bin schon der Meinung, dass die Jungs und Mädels tun, was sie können und mittlerweile einen Mittelweg gefunden haben, mit dem die meisten Anwender zurecht kommen.
In jedem Fall sollte sich der Anwender (und noch wichtiger ein Administrator) sehr genau überlegen, wie er wann welche Softwareupdates (das gilt ja nicht nur für SolidWorks) einspielt und welche Strategie er dabei an den Tag legt ... die Zeiten, da SolidWorks Servicepacks blind eingespielt werden konnte sind seit Mai 2000 vorbei, dafür ist es zu komplex geworden.
Ciao,
Stefan
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Inoffizielle deutsche SolidWorks Hilfeseite
http://solidworks.cad.de
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