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Solidworks 2018: Großer Sprung nach vorn



Dassault Systemes stellte im Oktober 2017 Solidworks 2018 vor. Die nunmehr 26. Version der Engineering-Software hat signifikante neue Module erhalten. Sie dienen dazu, die Linie vom Design über die Konstruktion und Berechnung, bis hin in die Fertigung, noch deutlicher zu ziehen.

Dassault Systemes war auch in den letzten Jahren schon nicht verlegen darum, ihre Software Solidworks deutlich zu erweitern. Man denke nur an die großen Schritte der Einführung von Solidworks Electrical und Solidworks PCB.

Nun hat das Unternehmen selbst einen Bereich betreten, in dem es bisher nur mit Partnern tätig war: Nämlich CAM - die Programmierung von NC-Maschinen.

Die bislang in diesem Umfeld wohl profiliertesten CAM-Pakete waren und sind Solidcam und Camworks. Einer der beiden Hersteller, nämlich, Geometric, war offensichtlich seine Software bzw. einen Teil davon an Dassault Systemes zu lizenzieren. Dadurch konnte der CAD-Hersteller sein eigenes kleines Paket als Solidworks CAM integrieren.
Warum dieser? „Die waren eben dazu bereit,“ kommentiert Gian Paolo Bassi, CEO von Solidworks.


Wer schnell fahren will braucht gute Bremsen.
Solidworks 2018 bringt jetzt mit Tosca ein Software-Modul für die Topologieoptimierung - auch von Bremsen.


Bei dieser aus allerengste mit Solidworks verzahnten Software handelt es sich um ein 2,5 Achsen Paket, mit dem relativ einfache Zerspanungsaufgaben erledigt werden können.

Das System bringt aber auch bereits schon eine Technologie-Datenbank mit, wo bisheriges Fertigungswissen gespeichert und mit Regeln verknüpft werden kann, um es dann erneut für weitere Jobs zu nutzen.

Sehr hilfreich gerade auch für kleinere Unternehmen ist die Möglichkeit der Simulation, um deren Ende eine Bearbeitungszeit steht. Somit können diese nämlich konkrete Anfragen wesentlich exakter kalkulieren als nur per Schätzung.

Dieses alles in Allem doch noch recht einfach geschnürte Paket, bekommt jeder Solidworks-Nutzer unter Wartung kostenlos!


Bremsscheibe nach einer Topologieoptimierung mit Tosca.

Wer mehr will, kann ein „Professionell“-Paket für 2.400 Euro dazu kaufen. Dann ist u. a. eine 3Achs-Bearbeitung möglich.

Topologie-Optimierung für neue Zeiten

„Die Topologieoptimierung ist ein computerbasiertes Berechnungsverfahren, durch welches eine günstige Grundgestalt (Topologie) für Bauteile unter mechanischer Belastung ermittelt werden kann. Sie wird typischerweise in der Luft- und Raumfahrttechnik, im Automobil- und Fahrzeugbau, aber auch in anderen Sparten des Maschinenbaus eingesetzt.

Ausgangspunkt des Verfahrens ist ein geometrischer Körper, welcher den Raum darstellt, der für das zu entwickelnde Bauteil maximal zur Verfügung gestellt werden soll.

Dieser Körper wird als „Bauraum“ bezeichnet. Das Berechnungsergebnis besteht in der Information, welche Partien des Bauraums mit Werkstoff belegt werden sollen.

Für den Berechnungsablauf ist wiederholt die Bestimmung der Beanspruchungsverteilung im Bauraum erforderlich. Dazu setzen Programme zur Topologieoptimierung heute üblicherweise die Finite-Elemente-Methode (FEM) ein. Während einige Implementierungen eigene Module für die FEM-Berechnung enthalten, ist für andere die Einbindung eines externen FEM-Programms erforderlich.“

Soviel zur Einleitung, als Zitat von Wikipedia.

Dassault Systemes hat seit einigen Jahren eine solche Software in seinem Portfolio: Tosca, (die Entwickler sitzen in Karlsruhe) und bietet sie nun im Zusammenhang mit Solidworks an.


Auch Durchflusssysteme können mit Tosca automatisch optimiert werden.

In der mechanischen Konstruktion ist es das Ziel häufig, einen optimal steifen Körper bei minimalem Gewicht zu erzeugen. Das kann - wie gerade dargelegt - rechnerunterstützt sehr gut gemacht werden. Die Ergebnisse sehen oft aus wie „Knochen“ (diese wurden eben von der Natur optimiert).

Jetzt kann der Anwender diese Knochen noch überarbeiten, glätten, oder eben so lassen wie sie sind - funktionieren tun sie.

Wie werden sie hergestellt? Eine Möglichkeit ist sicher der Guss, wenn auch die nötigen Stückzahlen dahinter stehen. Eine andere, modernere, ist der 3D-Druck! Der Druckmaschine, die ja schichtweise arbeitet, ist es völlig gleich, ob sie ein rechtwinkeliges Teil produziert oder ein Teil mit knochenförmiger Struktur.

Zudem können in gedruckte Teile noch allerhand Innenkonturen wie z. B. Kabelkanäle oder Hydraulikleitungen etc. eingebaut werden, was den Gesamtaufwand für eine Baugruppe noch verringert. Also ja, diese modernen Zeiten werden kommen und wie man sieht, Solidworks ist darauf vorbereitet. Man darf vermuten, dass man von Toska noch so einiges hören wird.

Viele weitere Verbesserungen

Natürlich ist Solidworks nicht nur um diese beiden „dicken Brocken“ erweitert worden. Wie stets wurde die neue Version um hunderte von Details verbessert - zumeist auf Kundenwunsch.

Eine dieser Verbesserungen ist die nun mögliche „Touch-Hardware“-Nutzung.

Beispielsweise für die Anfertigung und elektronische Weiterverarbeitung von Design- oder die erste Anfertigung von Konstruktionsskizzen.


Solidworks CAM, ebenfalls neu in SWX 2018, enthält die Möglichkeit
Bearbeitungen bis 2,5 D zu programmieren.


Das 3D-Modell bleibt im Mittelpunkt

„Der Kern einer erfolgreichen Entwicklung ist ein gut konstruiertes Produkt, das sich effizient fertigen lässt. Solidworks 2018 liefert nicht nur ein intelligenteres Konzept zur Fertigung von Teilen oder Produkten, sondern unterstützt Unternehmen dabei, Ideen in Innovationen umzusetzen und entsprechende Ökosysteme aufzubauen“, sagt G. P. Bassi „Wie schon in den vergangenen Versionen sind viele der neuen Tools und Erweiterungen von Solidworks 2018 das Ergebnis aus Erkenntnissen und Feedback der Anwender. Dabei steht immer das Ziel im Fokus, unsere Anwender mit der Leistung und Funktionalität auszustatten, die sie benötigen, um großartige Konstruktionen schneller in besserer Qualität und zu niedrigeren Kosten in die Fertigung zu bringen. In den nächsten Monaten werden wir weitere durchgängige Prozesslösungen vorstellen, die unsere Community dabei unterstützen, ihre Geschäftsergebnisse kontinuierlich zu verbessern.“

www.3ds.com/de

- Karl Obermann -
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