GzW: Windchill – STEP/DXF on demand für Nicht-CAD-User #70Ausgangslage
Nicht-CAD-User, z. B. Einkauf oder Werkzeugbau, sollen STEP-, DXF- oder andere Neutralformate bei Bedarf selbst erzeugen können, ohne dass ein CAD-Anwender seine Arbeit unterbrechen muss.
Gut zu wissen
- In älteren PDMLink-Versionen wie 9.1 ist das nicht ohne Zusatzlösung bzw. Anpassung komfortabel möglich.
- Eine verbreitete Lösung ist ein separates Export-Tool, z. B. über Schnittstellenanbieter wie INNOFACE.
- Dabei wird ein Exportauftrag erzeugt, der auf einer separaten Exportmaschine Pro/E bzw. Creo startet und das gewünschte Format erzeugt.
- Der Export erfolgt typischerweise „as stored“, also auf Basis des freigegebenen bzw. gespeicherten Stands.
- Nach Abschluss erhält der Anforderer meist eine Mail mit Link oder Pfad zum Exportverzeichnis.
Typischer Ablauf
- User wählt ein oder mehrere Objekte im Commonspace oder über SAP aus.
- Exportformat wird gewählt, z. B. DXF, STEP, STL oder Pro/E.
- Ein Job wird in eine Queue gestellt.
- Ein separater Batch-/Export-Server öffnet das Objekt in Creo/ProE.
- Das Neutralformat wird erzeugt und in einem definierten Verzeichnis abgelegt.
- Der User erhält eine Benachrichtigung mit Link oder Pfad.
Wichtiger Prozesshinweis
STEP-Exporte durch Nicht-CAD-User sind nicht risikofrei. Häufig müssen vor dem Export CAD-seitige Entscheidungen getroffen werden, z. B.:
- welche Komponenten einer Baugruppe unterdrückt werden sollen,
- welche STEP-Einstellungen verwendet werden,
- ob der 3D-Stand tatsächlich dem Fertigungsstand entspricht,
- ob nur freigegebene Daten exportiert werden dürfen.
Deshalb sollte der Export mindestens auf freigegebene Objekte beschränkt werden.
DXF aus Zeichnungen
DXF ist meist unkritischer als STEP, kann aber ebenfalls Regeln benötigen, z. B. für Version, Maßstab oder Blattauswahl. Wenn eine Zeichnung mehrere Blätter enthält und nur Blatt 2 exportiert werden soll, muss die Exportlogik bzw. Publish Rule entsprechend angepasst werden. Standardmäßig wird häufig für jedes Blatt ein DXF erzeugt und bei mehreren Blättern ein ZIP erstellt.
Ab Windchill 10.1
Seit Windchill 10.1 kann auch der normale CAD Worker zusätzliche Fremdformate erzeugen, z. B.:
Die Erzeugung kann automatisch oder manuell konfiguriert werden. Auch Regeln sind möglich, z. B. nur für bestimmte Zeichnungen oder Parameterwerte.
Die erzeugten Dateien werden dabei nicht einfach in ein Dateisystem geschrieben, sondern hängen an der Visualisierung des EPMDocuments.
Empfehlung
Für ältere PDMLink-Versionen ist ein separates Export-Tool mit Queue, Exportserver und Berechtigungsprüfung der sauberste Ansatz. Für neuere Windchill-Versionen sollte zuerst geprüft werden, ob die Anforderung über CAD Worker, Publish Rules und Visualisierungsanhänge abbildbar ist.