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Autor
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Thema: Spannhülse oder Abziehhülse? (241 / mal gelesen)
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Hohenöcker Ehrenmitglied V.I.P. h.c. Ingenieur

 Beiträge: 2407 Registriert: 07.12.2005 Inventor 2023 Ich mag beide Arten von Musik: Country und Western! S-Fanclub
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erstellt am: 04. Feb. 2026 10:59 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Folgender Fall: Eine glatte Welle, Durchmesser 80mm, ist in einem Pendelrollenlager mit Spannhülse gelagert. Wie im Bild links. Außer Radialbelastung tritt auch eine beträchtliche Axialbelastung nach links auf. Durch Erschütterungen hat sich wohl die Wellenmutter gelöst, und die Welle ist nach links heraus geflutscht. Montage des Lagers ist nur von rechts möglich. Ein Bund rechts ist daher auch nicht möglich; ein Bund links wäre machbar. Frage: Ist es sinnvoller, statt einer Spannhülse, eine Abziehhülse zu montieren? Bei der ist der Kegel ja anders herum, und die Welle würde sich dann fest klemmen. Was sind die Unterschiede, Vor- und Nachteile in der Anwendung? Danke für Eure konstruktiven Vorschläge! ------------------ Gert Dieter  Tu die schwierigen Dinge, so lange sie noch leicht sind. Laotse Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Andy-UP Moderator Projektingenieur
      

 Beiträge: 2570 Registriert: 27.10.2003 Teilzeitrentner Inv./Vault Pro 2026
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erstellt am: 04. Feb. 2026 11:14 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für Hohenöcker
Hallo Gert Dieter, prinzipiell kannst Du schon eine Abziehhülse vorsehen, Du musst dann aber auf der Welle ein Wellengewinde (oder am Wellenende einen Deckel, den Du mit stirnseitigen Schrauben verspannen kannst) haben, um dei Abziehhülse in den Kegel des Lagers zu drücken. Du solltest auch die Möglichkeit haben, das Lager während des Spannens in der gewünschten Position halten zu können. Eventuell durch das Lagergeäuse/den Lagersitz? Ciao Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
rode.damode Mitglied Maschinenbauingenieur
  
 Beiträge: 647 Registriert: 15.07.2011 Inventor 2026
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erstellt am: 04. Feb. 2026 11:28 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für Hohenöcker
Hallo Dieter Warum ist ein Bund auf der rechten Seite nicht möglich? Habe einen Chinaschlepper, bei dem die 50mm Hinterachse gebrochen war. Hab das dann umkonstruiert und eine 60mm Achse einbauen können. Musste dann allerdings ein Lager wegen dem Bund erst auf der Welle befestigen und dann zusammen mit der Achse montieren. Läuft nun seit über 10 Jahren stabil. Sicherungsringe wären eventuell noch eine Alternative. Viele Grüße Roger
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Hohenöcker Ehrenmitglied V.I.P. h.c. Ingenieur

 Beiträge: 2407 Registriert: 07.12.2005 Inventor 2023 Ich mag beide Arten von Musik: Country und Western! S-Fanclub
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erstellt am: 04. Feb. 2026 11:54 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Links sitzt der Turbinenläufer; und wenn ich rechts einen Bund haben und das Lager von links montieren will, muss ich die ganze Turbine zerlegen. Aber mit einem Sicherungsring kann ich mir auf der ansonsten glatten Welle sowohl rechts wie auch links einen Anschlag schaffen; danke für den Tipp! ------------------ Gert Dieter  Tu die schwierigen Dinge, so lange sie noch leicht sind. Laotse Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Leo Laimer Ehrenmitglied V.I.P. h.c. CAD-Dienstleister

 Beiträge: 26146 Registriert: 24.11.2002 IV bis 2019
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erstellt am: 04. Feb. 2026 15:21 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für Hohenöcker
Hallo Gert Dieter, Aufgrund von einschlägigen negativen Erfahrungen mit solchen Spannhülsen-Lagern sei gewarnt: Wenn die axiale Bewegung des Lagers auf der Hülse unkontrolliert zu groß wird, und dadurch der Innenring soweit aufgedehnt wird dass das Lagerspiel negativ wird (also Vorspannung entsteht) ist, droht ein Lagerschaden. Die einzige korrekte Möglichkeit wäre das was in Deinem Bild mit "Abstützring bei abgesetzter Welle" gezeigt wird. Dass bei einem konkreten Anwendungsfall auch das andere Lager mit entscheidend ist brauch ich wohl nicht erwähnen. ------------------ mfg - Leo Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Andy-UP Moderator Projektingenieur
      

 Beiträge: 2570 Registriert: 27.10.2003 Teilzeitrentner Inv./Vault Pro 2026
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erstellt am: 04. Feb. 2026 16:31 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für Hohenöcker
Hallo Leo, ohne jetzt die Umstände zu kennen, die dazu geführt haben, dass sich der Innenring eines Lagers mit konischer Bohrung auf einer Spann- oder Abziehhülse derart verschoben hat, dass das Lagerspiel negativ wurde, kann ich nur sagen, dass Pendelrollenlager auch mit zylindrischer Bohrung bei korrekter Passung fast nicht mehr durch äusere Kräfte (die z. B. durch das Gehäuse auf den äusseren Lagerring übertragen werden) auf der Welle zu verschieben sind. Wenn dann eine Spannhülse ins Spiel kommt, die ebenfalls korrekt gespannt wird sollte das Lager nirgendwo hinwandern. Es sei denn es wird ordentlich erwärmt. Bei dem von Gert Dieter geschilderten Fall war ja wohl die Spannhülse/Wellenmutter nicht korrekt gespannt und gesichert. Wenn sich dann die Wellenmutter löst, Axialkräfte in die richtige Richtung wirken und /oder Vibrationen und erhöhte Temperaturen hinzukommen, dann kann der Innenring des Lagers sicher auch vom Konus gelöst werden. Aber das dieser Innenring den konus hochwandern könnte? Unter Umständen wäre ja auch in solch einem Falle ein Wälzlager mit erhöhter Lagerluft eine Lösung gewesen? Ciao Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Leo Laimer Ehrenmitglied V.I.P. h.c. CAD-Dienstleister

 Beiträge: 26146 Registriert: 24.11.2002 IV bis 2019
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erstellt am: 04. Feb. 2026 20:49 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für Hohenöcker
Ich glaub ja nicht dass sich wortwörtlich die Mutter gelockert hat, die ist ja normalerweise mit einem Sicherungsblech mechanisch gesichert. Eher vermute ich dass die Spannhülse nicht ordnungsgemäß angezogen war. Was mich gedanklich zu "meinem" Fall geführt hat, wo wir die Mutter zu stark angezogen haben (damit eben das axiale Verschieben nicht auftritt) und damit durch Einengen des Lagerspiels ebendieses zerstört wurde. Zweiter Punkt in unserem Fall war, dass das zweite Lager an derselben Achse dieselbe Bauweise war und möglicherweise sich die zwei Lager gegeneinander axial verspannt haben (hinterher lässt sich die eine oder andere als Hauptursache kaum mehr feststellen). Schmierprobleme könnten theoretisch auch zu Erwärmung, Lageraufweitung und "rutschen" führen. Ist natürlich alles eine reine Vermutung aus der Ferne. Nachtrag: Hab erst jetzt das mit der "Abziehhülse" richtig verstanden, und vorher auch die Lastrichtung falsch reingedacht. Ja, es wäre IMHO sinnvoll die Axialkräfte formschlüssig z.B. mittels einer Wellenmutter am rechten Wellenende abzufangen. Ich trau diesen konischen Hülsen für axiale Belastung nicht so recht (und ist ja auch schiefgegangen). ------------------ mfg - Leo Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Hohenöcker Ehrenmitglied V.I.P. h.c. Ingenieur

 Beiträge: 2407 Registriert: 07.12.2005 Inventor 2023 Ich mag beide Arten von Musik: Country und Western! S-Fanclub
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erstellt am: 05. Feb. 2026 10:04 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Im SKF-Katalog habe ich eine Formel gefunden: "Sachgeäßen Einbau vorausgesetzt (!) lässt sich die zulässige Axialbelatung näherungsweise bestimmen zu Fax = 0,003 x B x d mit Fax in kN, B und d Lagerbreite und Bohrungsdurchmesser in mm." Die genaue Axialbelastung muss ich noch ausrechnen, aber sie dürfte einiges höher liegen. Wellenmutter entsprechend dimensioniert würde nicht verhindern, dass das Lager von der Spannhülse rutscht, wohl aber dass die ganze Welle aus dem Lager rutscht.
------------------ Gert Dieter  Tu die schwierigen Dinge, so lange sie noch leicht sind. Laotse Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Andy-UP Moderator Projektingenieur
      

 Beiträge: 2570 Registriert: 27.10.2003 Teilzeitrentner Inv./Vault Pro 2026
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erstellt am: 05. Feb. 2026 11:48 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für Hohenöcker
Zitat: Fax = 0,003 x B x d, mit Fax in kN, B und d Lagerbreite und Bohrungsdurchmesser in mm.
Zitat: Die genaue Axialbelastung muss ich noch ausrechnen, aber sie dürfte einiges höher liegen.
Eventuell ist dann sowohl die Spannhülse als auch das dazugehörige Lager für eine solche Belastung nicht geeignet?
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Hohenöcker Ehrenmitglied V.I.P. h.c. Ingenieur

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erstellt am: 05. Feb. 2026 12:13 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
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