| | |  | KonTec Maschinenbau GmbH mit "uversa" auf der All About Automation, eine Pressemitteilung
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Autor
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Thema: Überprüfung von Baugruppen – an wen wendet man sich sinnvollerweise? (249 / mal gelesen)
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Muecke.1982 Mitglied
   
 Beiträge: 1308 Registriert: 23.07.2009 [Inventor Professional 2026] - [WIN 11]
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erstellt am: 25. Jan. 2026 16:39 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Hallo zusammen, ich bin aktuell dabei, eine größere Maschine zu entwickeln, die aus mehreren kleineren Baugruppen besteht. Nach der Fertigstellung einzelner Baugruppen würde ich diese gern extern überprüfen lassen, um sicherzugehen, dass meine Konstruktion den gängigen technischen Anforderungen entspricht. Dabei geht es mir insbesondere um folgende Punkte: 1. Fertigungsgerechtigkeit * Dreh-, Fräs- und 3D-Druckteile * Schweißbaugruppen * sinnvolle Schraubenabmessungen und -platzierungen 2. Werkstoffauswahl * Werden die vorgesehenen Materialien an den jeweiligen Stellen sinnvoll eingesetzt? * Sind Festigkeit, Verschleiß- und Temperaturbeständigkeit ausreichend für die auftretenden Belastungen oder sind vorzeitige Ausfälle zu erwarten? 3. Kollisions- und Montagegerechtigkeit * Passen die Baugruppen im Zusammenbau tatsächlich zueinander? * Sind Toleranzen, Passungen und Zentrierungen praxisgerecht gewählt, sodass eine problemlose Montage möglich ist? Meine Fragen dazu: * Wen beauftragt man üblicherweise für eine solche konstruktive Prüfung (Konstrukteur, Ingenieurbüro, Fertigungsbetrieb etc.)? * Welche Unterlagen werden dafür benötigt (z. B. CAD-Daten, Zeichnungen, Lastannahmen)? * Mit welchem Ergebnis bzw. welchem Output kann man rechnen (z. B. Prüfbericht, Änderungsvorschläge, konkrete Optimierungen)? Für mich ist dieses Thema noch relativ neu. Eine Baugruppe habe ich nach meinem aktuellen Kenntnisstand zu etwa 80 % fertiggestellt. Dabei bin ich mir nicht immer sicher, ob meine Lösungen in allen Punkten sinnvoll sind oder ob es alternative Ansätze gäbe, die fertigungstechnisch einfacher, robuster oder insgesamt wirtschaftlicher wären. Ich freue mich über Hinweise und Erfahrungsberichte, wie man eine solche konstruktive Absicherung sinnvoll angeht. Viele Grüße Mücke ------------------ [Inventor Professional 2026] - [WIN 11] Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
rode.damode Mitglied Maschinenbauingenieur
  
 Beiträge: 640 Registriert: 15.07.2011 Inventor 2025
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erstellt am: 25. Jan. 2026 18:01 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für Muecke.1982
Also ich kann mir nicht vorstellen, das jemand anders den Kopf für deine Konstruktion hinhält. Allein das Hineindenken in deine Lösung wird viel mehr kosten, als eine Neukonstruktion aufgrund eines detaillierten Lastenhefts. Vielleicht findest du ein paar Studenten, die Berechnungen durchführen. Aber eine Garantie, dass das alles so funktioniert, wie du dir das vorstellst, werden die dir nicht geben. Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Muecke.1982 Mitglied
   
 Beiträge: 1308 Registriert: 23.07.2009 [Inventor Professional 2026] - [WIN 11]
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erstellt am: 25. Jan. 2026 19:00 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Hey @rode.damode, ja, genau diese Gedanken hatte ich auch – und das ist ja auch logisch. Die Überlegungen, warum man etwas so und nicht anders konstruiert, haben immer einen Hintergrund. Zumindest hoffe ich das 😄 Gerade weil ich selbst noch nicht klar greifen konnte, was ich eigentlich genau brauche, war und ist es für mich schwierig, das sauber zu definieren. Das hat man hier im Forum ja auch schon öfter gesehen: Ich bin mit meinen Ideen teils ziemlich im Dreieck gesprungen. Inzwischen ist es für mich aber deutlich greifbarer geworden. Nicht im Sinne von „ich kann jetzt perfekt konstruieren“ oder „ich beherrsche Inventor“, sondern eher dahingehend, dass ich langsam verstehe, wie meine Anlage funktionieren soll, wo die kritischen Punkte liegen und wo eher nicht. Die Art von Anlage, um die es geht, gibt es so bislang nicht – das macht es natürlich nicht einfacher. Zurück zum Thema (bevor ich wieder abschweife 😅 : Wenn ich Dich richtig verstehe, gibt es die Dienstleistung, die ich mir vorstelle, so in der Form eher nicht – zumindest nicht sinnvoll oder wirtschaftlich. Mir geht es dabei aber auch nicht darum, dass jemand die Verantwortung übernimmt oder garantiert, dass die Maschine am Ende exakt das tut, was ich mir vorstelle. Vielmehr geht es mir um eine konstruktive Plausibilitäts- und Praxistauglichkeitsprüfung, zum Beispiel: * passen die Teile später wirklich sauber zusammen, * ist das Ganze montagegerecht oder wird es eine einzige Fummelei, * sind Toleranzen, Passungen und Justiermöglichkeiten sinnvoll gewählt, * wackelt nichts unnötig „wie ein Kuhschwanz“ 😉, * und sind Schweißnähte so ausgelegt, dass ein Fertigungsbetrieb damit auch real etwas anfangen kann – und nicht nur auf dem Papier „schön“ aussehen, aber praktisch kaum oder gar nicht umsetzbar sind. Gerade bei den Schweißbaugruppen kann ich mir sehr gut vorstellen, dass ich Dinge konstruiert habe, die theoretisch nett aussehen, in der Werkstatt aber eher Kopfschütteln verursachen würden. Und genau das würde ich gern frühzeitig vermeiden. Der Hinweis mit den Studenten ist übrigens absolut valide. Für Berechnungen, Plausibilitätschecks oder auch gezielte Teilaspekte wäre ich dafür grundsätzlich offen – falls hier jemand Interesse hat oder Kontakte in diese Richtung bestehen. Mir ist dabei klar, dass es keine Garantie gibt, aber als zusätzlicher Blick von außen kann das durchaus sinnvoll sein. Kurz gesagt: Nicht Haftung oder Garantie, sondern Erfahrung und Feedback von außen, um grobe Schnitzer, unnötige Komplexität oder klassische Anfängerfehler zu vermeiden, bevor es teuer wird. Viele Grüße Mücke ------------------ [Inventor Professional 2026] - [WIN 11] Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Leo Laimer Ehrenmitglied V.I.P. h.c. CAD-Dienstleister

 Beiträge: 26144 Registriert: 24.11.2002 IV bis 2019
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erstellt am: 27. Jan. 2026 18:01 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für Muecke.1982
Hallo Mücke, Aus meiner langjährigen (ex-)Büropraxis kann ich roda.damode's Aussage bestätigen: Niemand wird Dir diese Arbeit abnehmen, auch gegen Geld nicht (soweit es um Fehler/Unstimmigkeiten geht, nicht um Berechnungen). Ich bin (solange ich das Büro alleine betrieben habe) immer wieder vor diesem Wunsch oder Problem gestanden, nur 1x hat ein befreundeter CAD-ler der grad im Sabbatical war angeboten, die Zeichnungen zu prüfen (also rein auf zeichnerische Aspekte). Es war genau das auch der Hauptgrund warum ich später nur mehr Kollegen im Büro arbeiten wollte. Man selber sieht nämlich seine eigenen Fehler meist nicht mehr, sehr wohl aber die Fehler Anderer. Wenn dieser Andere nun zwar ein Bürokollege, aber nicht genau Dein bester Freund ist, sind die Chancen am besten dass Fehler gefunden werden. Zusätzlich haben wir die Regel aufgestellt (nur verbal, nicht wirklich exekutiert) dass der Konstrukteur dem Prüfer für jeden gefundenen Fehler ein Bier zahlen muss, andererseits aber der Konstrukteur für gefundene Fehler niemals geschimpft oder bestraft werden darf. Das ist simple Psychologie, die sich gut bewährt hat. ------------------ mfg - Leo Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Muecke.1982 Mitglied
   
 Beiträge: 1308 Registriert: 23.07.2009 [Inventor Professional 2026] - [WIN 11]
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erstellt am: 27. Jan. 2026 18:41 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:         
Hallo Leo, hallo zusammen, danke für eure ehrlichen Rückmeldungen – die Einschätzung kann ich gut nachvollziehen und sie deckt sich im Kern auch mit meinem Bauchgefühl. Mir ist völlig klar, dass niemand „den Kopf hinhält“ oder Verantwortung für eine fremde Konstruktion übernimmt. Genau das erwarte ich auch nicht. Mir geht es weniger um Haftung oder formale Freigaben, sondern um das, was Du sehr treffend beschrieben hast: den Blick von außen. Aktuell ist es so, dass ich eine recht klare Vorstellung von der Funktion und vom Gesamtsystem habe, aber natürlich fehlt mir der kollegiale Alltag, in dem man sich gegenseitig über die Schulter schaut, Dinge hinterfragt oder auch mal sagt: „Das geht einfacher“, „das wird in der Werkstatt niemand mögen“ oder „das wackelt Dir später wie ein Kuhschwanz“. Ganz offen gesprochen: Unheimlich gerne würde ich mit ein bis fünf Leuten von hier zusammenarbeiten – egal ob Konstrukteure, Ingenieure oder Praktiker aus der Fertigung. Im Idealfall sogar so, dass man das, was ich bisher habe, noch einmal sauber und konsequent neu aufsetzt. Mir ist bewusst, dass das locker 2–4 Wochen Vollzeit entsprechen kann. Finanziell kann ich mir das in der aktuellen Projektphase allerdings schlicht nicht leisten – außer vielleicht in Form von Beteiligungen am Gesamtkonzept. Das ist mir wichtig, das ehrlich zu sagen, damit keine falschen Erwartungen entstehen. Solange das Projekt noch keine Einnahmen generiert, bleibt mir daher nichts anderes übrig, als meine eigenen Lösungen weiter voranzutreiben, Prototypen zu bauen, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Wenn das funktioniert und das Projekt wirtschaftlich trägt, ist es mein festes Ziel, mir gezielt ingenieurmäßige Unterstützung ins Boot zu holen – und dann auch angemessen zu bezahlen. Bis dahin bin ich für jedes konstruktive Feedback, kritische Nachfragen oder Erfahrungswerte dankbar. Allein schon der Austausch hilft, typische Anfängerfehler oder unnötige Umwege zu vermeiden. Viele Grüße Mücke ------------------ [Inventor Professional 2026] - [WIN 11] Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
Leo Laimer Ehrenmitglied V.I.P. h.c. CAD-Dienstleister

 Beiträge: 26144 Registriert: 24.11.2002 IV bis 2019
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erstellt am: 27. Jan. 2026 19:20 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für Muecke.1982
Kann vll noch anfügen: Ab der Zeit der moblilen Workstations haben wir dann intensiv die Möglichkeit genutzt, dem Kunden die Konstruktion in verschiedenen Stadien jeweils vorzuzeigen. Stets war das für Alle sehr positiv, vonseiten des Kunden waren meist auch ein Werkmeister, Wartungsmann und/oder Elektrotechniker dabei (die haben alle gerne die Chance auf eine nette Show im Besprechungszimmer genutzt) und da kamen immer irgendwelche substanzielle Kritiken oder Vorschläge. Zusätzlich hatten die Beteiligten dann das abgenickt und waren viel weniger zu (unsachlicher) Kritik am fertigen Gerät bereit. Weniger Erfolg hatte ich mit direkten Einzelgesprächen mit Werkmeister o.Ä. betr. Fertigung, soweit es die Gesamtkonstruktion betraf. Fertigung von einzelnen Objekten konnte man schon gut diskutieren, Gesamtkonzepte meist nicht. Eine quasi-Neuerfindung von Null weg alleine zu entwickeln ist schon harter Tobak. Hab ich ein paarmal gemacht, ein oder zweimal sogar bis zur Fertigstellung - über die Dinge kann ich heute nur schmunzeln. Vom Geldverdienen jedenfalls so weit weg wie vom Mars. ------------------ mfg - Leo Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
TBRG Mitglied Konstrukteur, CE-Koordinator

 Beiträge: 50 Registriert: 28.01.2025
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erstellt am: 28. Jan. 2026 08:41 <-- editieren / zitieren --> Unities abgeben:          Nur für Muecke.1982
Vor einiger Zeit habe ich fast ein ganzes Jahr lang Stahlbauzeichnungen geprüft. Hallen, Galerien, Gerüste für Gummigurt-Förderbänder für ein Kraftwerk. Die Bauteile kamen lackiert auf die Baustelle. Muss nachträglich geschweißt und gebohrt werden sieht man das durch das nachträgliche Ausbessern der Lackierung auf große Entfernung, solange die Fassadenverkleidung fehlt. Und ich war froh, wie alles montiert war und die Pinseleien sich bis auf ganz wenige Ausmaße in Grenzen hielten. Aber das einmalige Gastspiel hat mir gereicht. Heute habe ich über 40 Jahre Konstruktionserfahrung und bin froh, wenn sich ein Kollege meine Konstrukte anschaut und noch was findet (dann weiß ich, dass er genau hingeschaut hat). @ Mücke Klüger ist doch, von Anfang an mit einem erfahrenen Konstrukteur zusammen zu arbeiten. Wenn du erst nach Fertigstellung deiner Konstruktion prüfen lässt, besteht doch die Gefahr. dass alles verworfen wird. Oder, das ist absehbar, du keinen findest. Und für umme schon gar nicht. Was ist mit der Einhaltung der MRL? Wer erstellt die Risikoanalyse? Wer rechnet? Eine Antwort auf diesen Beitrag verfassen (mit Zitat/Zitat des Beitrags) IP |
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