Hallo zusammen,
wir verwenden SOLIDWORKS zusammen mit PDM und haben dort eine eigene Schraubenbibliothek. Die Schrauben sind normale SOLIDWORKS-Teile und keine Toolbox-Komponenten, da wir eigene Artikelnummern und weitere interne Informationen hinterlegen. Das funktioniert grundsätzlich sehr gut. Einziger Wermutstropfen ist die Interferenzprüfung. Fertigungsbedingt müssen wir Gewindebohrungen nämlich als Kernlöcher darstellen. Dies ist deshalb der Fall, da Bleche bei uns standardmäßig lasergeschnitten werden, wobei sich die Schnittkontur nach der Zeichnung beziehungsweise dem CAD-Modell richtet. Gleichzeitig sind die Schraubenschäfte als Zylinder mit dem Gewinde-Nenndurchmesser modelliert. Dadurch entsteht bei jeder Gewindeverbindung eine geometrisch korrekte Überschneidung zwischen Schraubenschaft und Kernloch, die von SOLIDWORKS logischerweise als Interferenz gemeldet wird. Bei großen Baugruppen entstehen so sehr viele Meldungen, unter denen echte Kollisionen schnell untergehen. Mich würde daher interessieren, ob es irgend eine Möglichkeit gibt die Interferenzprüfung dennoch sauber zu verwenden. Folgende Möglichkeiten habe ich bisher geprüft:
1. „Verbindungselemente ausschließen“
Unsere PDM-Schrauben werden offenbar als Verbindungselemente erkannt. Allerdings werden damit alle Interferenzen mit den Schrauben in einen separaten Ordner verschoben. Dadurch können auch echte Fehler wie fehlende Bohrungen, falsche Positionen, Achsversätze oder Kopfkollisionen leicht übersehen werden. Da wir häufig große Baugruppen mit vielen Schraubenverbindungen prüfen, ist dieser Ansatz für uns zu unsicher.
2. „Übereinstimmende Gewindedarstellungen“
Diese Funktion wäre theoretisch genau das Gesuchte. Unsere PDM-Schrauben werden trotz vorhandener Gewindedarstellung jedoch nicht zuverlässig als passende Gegenstücke zu den Gewindebohrungen erkannt. Einige Schrauben werden korrekt in den entsprechenden Ordner verschoben, die meisten jedoch nicht, obwohl Gewinde und Ausrichtung übereinstimmen. Das ist also auch keine zuverlässige Lösung.
3. Bei der Gewindebohrung „Gewinde entfernen“
Dadurch wird die Bohrung geometrisch größer dargestellt und die Überschneidung verschwindet. Das ist bei uns wie anfangs erwähnt nicht möglich, da die Bleche anhand der CAD-Kontur lasergeschnitten werden. Das Kernloch muss daher mit seinem tatsächlichen Fertigungsdurchmesser im Modell erhalten bleiben.
4. Schraubenschaft kleiner modellieren
Der Schraubenschaft könnte entsprechend dem Kernlochdurchmesser verkleinert werden. Eine Überarbeitung der vollständigen PDM-Schraubenbibliothek mit sehr vielen Teilen und Konfigurationen wäre jedoch zu aufwendig und kommt daher nicht infrage.
5. Funktion „Bohrungsausrichtung“
Damit lassen sich bestimmte Achsabweichungen erkennen. Die Funktion ersetzt jedoch nicht die Interferenzprüfung und erfasst insbesondere Kopf-, Schaft- und sonstige Bauteilkollisionen nicht vollständig.
Da ich mit meinem Latein nun am Ende bin, möchte ich mich gerne an euch wenden. Kennt hier vielleicht jemand eine native SOLIDWORKS-Funktion oder einen praxistauglichen Prüfablauf, mit dem sich korrekte Gewindeüberschneidungen ausfiltern lassen, während echte Fehler an den Schraubenverbindungen weiterhin angezeigt werden? Gerne auch über Spezial-Lösungen wie Makros? Besonders interessant wäre auch, warum die Funktion „Übereinstimmende Gewindedarstellungen“ einige unserer PDM-Schrauben erkennt, andere bei identischem Aufbau aber nicht.
Vielen Dank für eure Hilfe! Ich wünsche euch noch einen schönen Tag 
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