Forum:Elektronik Allgemein
Thema:Üblich? Eine ERP-Nummer, aber mehrere Hersteller für ein Standard-Elektronik-Bauteil?
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T H E M A     A N S E H E N
elke

Beiträge: 654 / 0

Catia V4 / V5
OpenEDM

Hallo Kollegen,
ich bin bzgl. der Methoden und Prozesse in der Elektronik eher kompetenzneutral, daher frage ich wahrscheinlich teilweise absolute Grundfragen.... würde ich mich aber dennoch über Antworten freuen. Falls ich im total falschen Forum gelandet bin, darf mich der Admin auch gerne in's richtige Forum schieben ... oder mir die Info schicken.

Wenn ein Standard-Elektronik-Bauteil wie ein Widerstand, Kondensator etc. in eine Elektronik-Baugruppen-Stückliste  aufgenommen werden soll:
a) ist es üblich, daß direkt mehrere Hersteller benannt werden, die für dieses Teil in Frage kommen?
b) ist es üblich, dass man unter einer Teilenummer (unter die Firma beim Zwischenlieferant / Hersteller bestellt) mehrere Hersteller dieses Teils führt (was ja inhaltlich bedeuten würde, dass der Widerstand von Firma X = Widerstand von Firma Y ist).... und wenn das so ist.... ab wann ist es "ein Teil" und ab wann eben nicht mehr?
c) kann in einer Fertigung von bestückten Leiterplatten der Bestückungsautomat nur eine Stückliste mit konkreten Komponenten verarbeiten oder gibt es auch Beispiele für Alternativ-Stücklisten mit Alternativ-Bauteilen? Oder wird der Bestückungsautomat ganz anders "bedient"?
So.... nun seid Ihr dran! DANKE im Voraus für Antworten.
Elke

Doc Snyder

Beiträge: 12670 / 341

Moin!

Ja, das sind zum Teil grundsätzlche Fragen.

b)
Ein Bauteil ist immer "dasselbe" Bauteil, solange es funktionsidentisch austauschbar ist. Also z.B. eine Schraube oder ein Widerstand mit denselben technischen Werten, und nur die stehen in der Stückliste, und nur damit arbeitet die Fertigung.

a)
Das Zeugs zu beschaffen und zu überlegen, wo es herkommt, ist Aufgabe des Einkaufs, und der managed die verschiedenen Lieferanten oder Hersteller, und der hat ein Warenwirtschaftssystem, das normalerweise immer verschiedene Lieferanten pro Artikel halten kann.

Konstruktion und Fertigung dürfen dem Einkauf helfen und Hersteller und Lieferanten finden, nennen und ggf. auch ausschließen, wenn z.B. die Qualität nicht stimmt, aber deren eigentliche Aufgabe ist das nicht, und diese Daten gehören daher im strengen Sinne nicht in deren Bestand.

c)
Keine Ahnung. Wenn der Bestückungsautomat kein optisches Qualitätsüberwachnungssystem hat, das die Bauteile ansieht und gegen eine Bestückungsliste prüft, wird er wahrscheinlich alles auflöten, was der Operator ihm auf Tape ins Magazin legt und was nicht von der Vakuumpinzette fällt.

------------------
Roli  
www.Das-Entwicklungsbuero.de

[Diese Nachricht wurde höchstwahrscheinlich nach ihrer Erstellung von Doc Snyder noch ein Mal editiert.]

elke

Beiträge: 654 / 0

Catia V4 / V5
OpenEDM

Hallo Roli,
vielen Dank für Deine Antworten....
Deine b) Antwort bzgl. "funktionsidentisch austauschbar" ist aber eben irgendwie immer aus Auslegungssache: wenn Du zwei Datenblätter von zwei Widerständen hast, musst Du Dich entscheiden, welche Merkmale "funktionsrelevant" sind und welche daher übereinstimmen müssen und bei welchen Merkmalen Unterschiede erlaubt sind..... ich finde das halt sehr schwierig, da Du Dich bei dieser Erstauswahl der Komponente ja auf ein bestimmtes Verkaufsprodukt mit einer bestimmten Funktion hin entscheidest und dies bei einer evtl. Wiederverwendung ganz anders aussehen kann..... aber vielleicht sehe ich das auch viel zu spitzfinderisch.
Die c) Antwort werde ich mal abfragen (jetzt weiß ich ja, welche "Schlagwörter" ich fragen muss    )
Vielen Dank nochmals und einen schönen Tag
Elke
Doc Snyder

Beiträge: 12670 / 341

Zitat:
Original erstellt von elke:
...welche Merkmale "funktionsrelevant" sind und welche daher übereinstimmen müssen und bei welchen Merkmalen Unterschiede erlaubt sind..... ich finde das halt sehr schwierig
Ist es auch!

Bei der Auswahl von Alternativen sollte daher auch die Entwicklung hinzugezogen werden, wenn nicht der neue Hersteller von sich aus die Austauschbarkeit garantiert und diesbezüglich auch verlässlich ist. Gerade für elektronische Bauteile gibt es sogar ganze Bücher mit Alternativtypenlisten. Ansonsten ist in solchen Fällen eben immer die vernünftige Zusammenarbeit zwischen Beschaffung und Entwicklung gefragt.

Mein Erfahrung ist, dass das um so besser funktioniert, je klarer die Zuständigkeiten zwischen denen getrennt und definiert sind!

------------------
Roli  
www.Das-Entwicklungsbuero.de

[Diese Nachricht wurde höchstwahrscheinlich nach ihrer Erstellung von Doc Snyder noch ein Mal editiert.]

marques_CH

Beiträge: 698 / 5

Solidworks Premium 2013 SP4
Flow Simulation
PTC Windchill 10.2<P>Workstation:
6x 4.7 Ghz
Quadro 4000
Revodrive 3 X2 SSD

Hallo Elke

Dein Problem nennt sich "Second source" und ist in der Elektronik Branche recht häufig anzutreffen.
Gründsätzlich unterscheidet man dabei zwischen 2 Sorten von "second source"

1. Fall
Bauteil X kann von Hersteller XX oder Hersteller XY bezogen werden (Es handelt sich dabei aber um 1:1 das selbe Bauteil

2. Fall
Bauteil X kann mit Bauteil Z ersetzt und auch nur in dieser Sorte von PCB. Bspw. weil Bauteil Z gleichwertig oder besser ist. (Bauteil Z= Widerstand mit Toleranzwert =6% und Bauteil b=Widerstand mit Toleranzwert=10%). Anderes Beispiel wäre dass Bauteil B von ein Hersteller kommt (China um irgendwas zu sagen) der in dieser Baugruppe auf Kundenwunsch nicht vorkommen kann, also guckt man nach ein Ersatztyp dass eben Bauteil Z wäre.)

Zu deinen Fragen
A) In der Stückliste taucht nur dein Bauteil X auf. Im ERP sind hinter Bauteil X diverse Lieferanten und Ersatztypen.

B) Wie schon gesagt Lieferdaten liegen im ERP bei den Artikel Daten. Dabei kannst du mehrere Lieferanten haben aber immer nur die erste Stufe.
Beispiel:
Lieferant 1 = Bauteil X von Lieferant Y der seine Teile bei Hersteller Z bezieht
Lieferant 2 = Bauteil X Von Lieferant A der seine Teile bei Hersteller Z bezieht
Lieferant 3 = Bauteil X von Lieferant Z

Woher der Lieferant seine Teile bezieht ist auch dein Einkauf egal oft weiss er dass gar nicht.
Im obigen Beispiel würden für dein Bauteil X also auch nur Lieferant 1 = Y, Lieferant 2 = A und Lieferant 3 = Z stehen.

C) Der Automat bestückt immer nur eine Stückliste. Aber du kannst verschiedene Stücklisten mit verschiedenen Bestückungsprogrammen haben, eventuell kannst sogar dein Bestückungsprogramm unberührt lassen weil das Bauteil nur den Lieferant gewechselt hat.
Dazu kannst du mit Alternativ Stücklisten arbeiten. Ein anderes Beispiel ist wenn zum Beispiel ein Bauteil nicht mehr bekommst weil es eingestellt wurde. Normalerweise schicken die Lieferanten solche Meldungen Monate in voraus. Dann brauchst eventuell eine Stückliste die erst ab ein gewisses Datum eingesetzt wird.

Gruss Marques

Edit:

Um noch kurz auf die Zuständigkeiten die Roland erwähnt zu kommen.

Ob und welches Bauteil als Ersatztyp in genau dieser Platine erlaubt ist, das legt der Elektronik Ingenieur fest. Am besten in seiner PCB Software mit passender Anbindung ans ERP. Sprich wenn er die Stückliste einspeist, werden auch die Alternativ teilen zu den Bauteilen mitgezogen.
Der Einkauf legt dann seinerseits die verschiedenen Lieferanten fest, weil er vielleicht mit den einen ein Abkommen hat und mit dem anderen nicht. Wie auch immer. So entsteht eine kleine Matrix. Der Einkauf legt aber nie den Ersatztyp fest weil in einer anderen Stückliste gilt Bauteil Z vielleicht bereits nicht mehr als Ersatztyp für Bauteil X.

[Diese Nachricht wurde von marques_CH am 03. Aug. 2011 editiert.]

[Diese Nachricht wurde von marques_CH am 03. Aug. 2011 editiert.]