Start des Forums / Elektronikkonstruktion - Elektromechanik
Steffen Braun 19. Nov. 2020, 20:33

Hallo liebe community, ich bedanke mich beim Cad.de-Team und bei Albert, dieses Forum zu gründen.
Ich arbeite seit 18 Jahren als Elektronikkonstrukteur. Finden sich hier in der community auch Konstrukteur-Kollegen, die Mechatronikgeräte entwickeln?
Ich finde es schwierig, Spezialwissen dazu zu finden. Wie geht es Euch dabei? Was genau sucht Ihr dabei?

N.Lesch 20. Nov. 2020, 16:36

Hallo,  unter dem Titel kann ich mir wenig vorstellen.  Elektronik besteht hauptsächlich aus Bauteilen und Leiterbahnen. Da gibt es wenig zu konstruieren. Gemeint ist wahrscheinlich Elektromechanik, das sind Kontakte, Stecker und Schalter ... .  In der Elektromechanik gibt es viele Aufgaben für einen Maschbauer oder Mechaniker. 
Deswegen würde ich das Brett auch so taufen, und die Konstruktion weglassen,  den da gibt es andere Themen auch noch. 

Steffen Braun 21. Nov. 2020, 11:10

Hallo Klaus,
danke für Deine Rückmeldung! Elektromechanik ist auch ein durchaus gängiger Begriff. Er kann gleich neben Elektronikkonstruktion eingeordnet werden.

Meine Gedanken zur Elektronikkonstruktion basieren auf meinem Berufsalltag, der je nach Unternehmen vielleicht unterschiedlich sein kann.
Ich bin nicht verantwortlich für den Schaltplan, die Bauteilauswahl, die Software oder das Layout. Wohl aber definiere ich die Kontur der Leiterplatte, die Position der Anschraubpunkte, die Position von Fotodioden, LEDs, Anschlussklemmen und das verfügbare 3D-Volumen für die Bauteile im Gehäuse. Deswegen nenne ich das Elektronikkonstruktion. Kennst Du das anders von Deinem Job?
Wie findest Du den Vorschlag, beide Namen im Forumsname und/oder in der Beschreibung zu nennen?
Viele Grüße
Steffen

N.Lesch 21. Nov. 2020, 18:17

" definiere ich die Kontur der Leiterplatte, die Position  ... "
Das mache ich auch, aber irgendwelche Randbedingungen sind immer zu berücksichtigen.  Deswegen ist das für mich ganz einfach Konstruktion.
Weil die Gehäuse meistens aus Kunststoff sind , ist das auch noch Spritzguß.

murphy 23. Nov. 2020, 07:22

Finden sich hier in der community auch Konstrukteur-Kollegen, die Mechatronikgeräte entwickeln?

Das ist auch bei mir Berufsalltag, bezieht sich meist auf Baugruppen, welche neu entwickelt oder revisioniert werden. Wegen des zeitlichen Vorlaufs der Mechanik vor den anderen Bereichen (Elektronik, Software) mache ich beides öfter auch gleich mit.

Zuhause sowieso das Komplettpaket.


Ich finde es schwierig, Spezialwissen dazu zu finden

Das kommt drauf an. Zu den Komponenten, sei es mechanisch oder auch elektronisch, hat man meist nur Datenblätter, die mehr oder auch weniger aussagekräftig sind. Bei der Software ist auch öfter nicht einfach, die Zugbrücke zur Ritterburg zu finden.

Dann gibt es die fachbezogenen Probleme. Zuhause hatte ich mal ein Volk der hiesigen Großhornisse nahe am CAD-Platz (knapp 2m), wir hatten uns darauf geeinigt und daher gab es keine Nachbarschaftskonflikte. Die aber taten sich schwer, bei Rückkehr vom Ausflug das richtige Fenster zu finden, also wollte ich ihnen Positionslichter ähnlich wie am Flughafen machen, damit sie die Anflugwinkel optimal wählen konnten. Das - war gar nicht so einfach.

Damals hatte ich Knatsch mit einem Berufsstand mit erheblichem Höflichkeitsdefizit und die Tiere die nötigen Sonderrechte, das haben die dann auch sehr professionell - ohne einen einzigen Einstich - und nachhaltig geregelt. ABer mehr noch, ich schaute ihnen von ihrer Nestorga einiges ab und kam so auf eine zwar etwas unkonventionelle, aber umso effizientere CAD-CAM-Dateiorga, wo ja vor allem wegen der Dateiverbindungen die Konstruktionskopie ein Problemkreis für sich ist. Konstruktionskopie können die sehr gut, unübersehbar.

Die Tiere habe ich seitdem öfter im Wohnhaus, das letzte Volk voriges Jahr.

Was genau sucht Ihr dabei?


Zunächst natürlich die Pflicht, also das Datenblatt. Dann die Kür, am liebsten ein paar Anwendungsbeispiele. Man gruscht also im Netz, wobei im europäischen Raum seit (reichlich verunglückt) DSGVO und Urheberrecht viele semiprofessionelle Seiten aus dem Netz verschwunden sind und jetzt fehlen. Dann Bücher. 5 kaufen und 4 für die Tonne. 

Fachzeitschriften so gut wie nicht mehr. Internetforen haben auch an Bedeutung sehr verloren.

Spritzguss bei Gehäusen beispielsweise ist bei mir wegen der geringen Stückzahlen keine Option, also eher 3d-Druck oder auch Metall mit CAD-CAM.

Youtube als Infoquelle wurde dafür umso wichtiger.


Den Forennamen sehe ich jetzt mal als nicht so ultrawichtig an, ich habe auch mal CAD-CAM-CNC fachlich völlig daneben in einem Forum etabliert, weil mich ein richtiges CAD-CAM-Fachforum mit fachfremder Werbung ärgerte und es daher nahelag, zwecks Konkurrenz deren Thema exakt gegenüber dieser Werbung zu plazieren. Und das mit dem nötigen Einsatz, damit es auch was wurde. Es wurde - ein herrlicher Spaß.

Würde ich z. B. auf CAD.DE das mit der zeichnungslosen Arbeitsweise bringen oder gar die Konstrukionskopie mit der Hornissenmethode, würde ich wohl umgehend bei mittlerer Flamme vergeistigt. Dort aber konnte man genau das auch bringen und perfektionnieren. Diese Ecke gibt es allerdings inzwischen nicht mehr.


Als Profielektroniker bezeichne ich mich nicht, aber für einfache Verstärker- oder Anpassschaltungen für Microcontroller reicht es.


Mechatronik ist aus meiner Sicht nicht nur ein paar Sensoren und Motoren, sondern kann sehr anspruchsvoll werden, dieses Video zeigt es recht gut

https://www.youtube.com/watch?v=PSfpB78396Y

Im Regelfall wird hier nur die Elektronik innendrin gewürdigt, dieses Gerät hat mehrere 16-Bit-Rechner drin.  Es ist aber auch mechanisch recht anspruchsvoll, weil unter den vielen Tastern Platinen sitzen, welche dann mit Kabeln an die Rechner im Einschubkasten angebunden werden müssen und das Ganze aufklappbar zwecks Service sein muß.

Die beiden Tastenreihen haben je Taste zwei Kontakte, damit der Rechner feststellen kann, wie schnell die Tasten gedrückt werden und so den Klang beeinflussen kann.

Beachtung verdient auch der Spieler, sein Computer ist oben eingebaut und muß die ganze Motorik mit dem Tempo auf rein chemischem Weg ansteuern und auch das rückkommende Gefühlsfeedback in Echtzeit verarbeiten.

Interessant auch, daß man als Orgelspieler auch die Füße als Eingabegeräte nutzt, den linken für die Bassbegleitung und den rechten für Lautstärke und Effekttaster. Die untere Tastenreihe ist mechanisch auch nicht gerade ohne.


Aktuell hänge ich an einem kleinen Touchscreen, der mehrere Platinen und den Glaskörper hat nebst Kabeln, das muß in ein Gehäuse rein, wird wohl 3d-Druck. Im Job revisioniere ich eine Baugruppe, sie hat schon mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel und einige bauteile gibt es so demnächst nicht mehr.

In diesem Sinne, viel Erfolg mit diesem Forum.

Steffen Braun 24. Nov. 2020, 20:11

Zitat:
Original erstellt von N.Lesch:

Weil die Gehäuse meistens aus Kunststoff sind , ist das auch noch Spritzguß.

Spritzguss ist ein tolles Verfahren für Mechatronik-Gehäuse, vor allem muss man dann keine Luft- und Kriechstrecken zum nicht leitfähigen Gehäuse beachten.